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Gustl Mollath in der ARD/ SWR-Sendung "Report Mainz" (Archivbild).

Mollath-Anwalt will Wiederaufnahme-Antrag stellen

München - Gerhard Strate, Anwalt des zwangsweise in der Psychiatrie untergebrachten Gustl Mollath, will Ende des Monats den Antrag zur Wiederaufnahme stellen und dabei auf ein neues psychiatrisches Gutachten verzichten.

Das sagte er dem Münchner Merkur (Dienstag-Ausgabe). Es bedürfe "nur eines gesunden Menschenverstandes, um zu erkennen, dass die Unterbringung in der Psychiatrie von Anfang an nicht rechtens war". Dafür werde Strate schlüssig darlegen, dass "den Ausführungen des Herrn Mollath in seinen verschiedenen Strafanzeigen und Eingaben real Erlebtes zugrunde lag". Für ihn sei Mollath ein "geradliniger Charakter" und "nicht verrückt".

Die Strafanzeige, die Strate jüngst wegen schwerer Freiheitsberaubung gegen einen Richter und Klinikleiter gestellt hatte, diene "der Vorbereitung des Wiederaufnahmeantrags, in welchem wir geltend machen werden, dass die von dem Klinikleiter aus der ,Beobachtung' gewonnenen angeblichen Erkenntnisse auf verbotenen Vernehmungsmethoden beruht haben", erklärte der Anwalt. Seiner Ansicht nach habe die mehrwöchige Zwangsunterbringung 2004 und 2005 allein den Zweck verfolgt, Mollath "mürbe zu machen und ihn zu bewegen, an einer Exploration mitzuwirken". Strate spricht dabei von einer "Aussageerzwingungshaft".

Die zuständige Staatsanwaltschaft werde nun "versuchen müssen, sich von jeglicher Befangenheit freizumachen. Ob dies gelingt, ist für mich eher eine Frage der Hoffnung als der Zuversicht", erklärte der Strafverteidiger.

mm

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