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Mal wieder nicht einer Meinung: Ludwig Spaenle und Horst Seehofer

Spaenle skeptisch

„Gut für die AfD“? Obergrenzen-Kompromiss spaltet Landtags-CSU

Seit dem CSU-Fiasko bei der Bundestagswahl steht Parteichef Seehofer mächtig unter Druck. Auch der Zuwanderungs-Kompromiss ist intern nicht ganz unumstritten.

Der Unions-Kompromiss zur Begrenzung der Zuwanderung ist in der CSU-Landtagsfraktion auf Lob und Kritik gestoßen. In einer Fraktionssitzung am Mittwoch habe es lobende Worte und viel Applaus für das CSU-Verhandlungsteam um Parteichef Horst Seehofer gegeben, aber auch eine ganze Reihe kritischer und zweifelnder Wortmeldungen, verlautete aus Teilnehmerkreisen.

CDU und CSU hatten sich am Sonntag auf das Ziel verständigt, maximal 200.000 Flüchtlinge pro Jahr aufzunehmen. Der Kompromiss sieht aber Ausnahmen für Sondersituationen vor. Und das Wort „Obergrenze“, das die CSU lange und vehement gefordert hatte, findet sich darin nicht.

Staatssekretär rügt Kompromiss als „Existenzsicherung für die AfD“

Bildungsstaatssekretär Georg Eisenreich kritisierte den Kompromiss nach Teilnehmerangaben als Existenzsicherung für die AfD. Die Grenzen der Durchschlagskraft der CSU seien sichtbar geworden. Der Münchner CSU-Chef und Kultusminister Ludwig Spaenle hinterfragte demnach die Wirksamkeit der Begrenzungsregelung, und der Oberpfälzer Abgeordnete Harald Schwartz beklagte „viele Hintertürchen und Scheinlösungen“.

Feste Obergrenze oder grober Richtwert? Der Unions-Asyl-Kompromiss im Check

Andere Abgeordnete, etwa Ernst Weidenbusch, lobten dagegen nach Angaben von Teilnehmern, die CSU-Verhandler hätten „Unglaubliches erreicht“. Fraktionschef Thomas Kreuzer warnte seine Kollegen davor, das Ergebnis schlechtzureden. Und der ehemalige Justizminister Alfred Sauter rief den parteiinternen Kritikern zu, wenn die CSU so weitermache, verliere sie die Landtagswahl 2018 schon jetzt. „Wir führen die Debatte so, dass andere davon profitieren“, warnte er.

Seehofer verteidigt das Ergebnis

Seehofer selbst verteidigte den Kompromiss. „Wir haben ja in dieser Vereinbarung das, was wir wollten“, sagte er vor Beginn der Sitzung. Drinnen bat er nach Teilnehmerangaben, die anstehenden Sondierungsgespräche in Berlin nicht zusätzlich zu belasten. Was etliche hier bewege, könne auf dem Parteitag diskutiert werden.

Nach dem CSU-Fiasko bei der Bundestagswahl und dem Absturz auf 38,8 Prozent war Seehofer intern unter Druck geraten. Inzwischen fordern schon zwei CSU-Bezirksvorstände - Oberpfalz und Oberfranken - einen geordneten personellen Übergang. Offiziell war die Personaldebatte auf den Parteitag vertagt worden. Seehofer sagte dazu: „Ich lese zwar jeden Tag, dass ich unter Druck bin, aber ich empfinde es nicht so.“

Lesen Sie auch: Seehofer oft in Berlin - droht jetzt ein Machtvakuum in Bayern?

dpa/fn

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