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Barack Obama bei amerkianischen Soldaten in Afghanistan.

"Gute Diskussion" zwischen Obama und Karsai

Kabul/Washington - Der Blitzbesuch des US-Präsidenten Barack Obama in Afghanistan dauerte knapp sechs Stunden. Der Präsident forderte vor allem ein strenges Vorgehen gegen die Korruption im Land.

US-Präsident Barack Obama hat seinen überraschenden Kurzbesuch in Afghanistan beendet und wird an diesem Montag (Ortszeit) wieder in Washington zurückerwartet. Während seiner knapp sechsstündigen Visite - der ersten in Afghanistan seit seiner Amtsübernahme vor 14 Monaten - war Obama am Sonntag in Kabul mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai zusammengetroffen. Dabei bekräftigte er die amerikanische Partnerschaft mit Afghanistan und hob jüngste militärische Fortschritte im Kampf gegen Taliban-Rebellen und Terroristen in der Region hervor. Zugleich mahnte er jedoch Verbesserungen im zivilen Bereich an und wandte sich dabei insbesondere gegen anhaltende Korruption in der afghanischen Regierung.

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Obama zu Blitzbesuch in Afghanistan

Obama kam auf dem Luftwaffenstützpunkt Bagram auch mit dem US-Oberbefehlshaber Stanley McChrystal zusammen. In einer Rede vor gut 2000 US-Soldaten machte er klar, dass die USA zwar Afghanistans Partner seien, “aber unsere Absicht ist es, sicherzustellen, dass die Afghanen die Fähigkeit haben, für ihre eigene Sicherheit zu sorgen. Das ist der Kern unserer Mission.“ Obama zeigte sich zuversichtlich, dass der Einsatz in Afghanistan erfolgreich beendet werde. Er warnte, wenn es nicht gelinge, El-Kaida-Terroristen und Taliban erfolgreich zu bekämpfen, “wenn die Region zurückgleitet, dann werden mehr Leben von Amerikanern auf dem Spiel stehen, und die Welt wird deutlich weniger sicher sein“.

Kampf gegen Opiumhandel

Das persönliche Gespräch mit Karsai will Obama am 12. Mai in Washington fortsetzen. Bei dem knapp 30-minütigen Gespräch mit seinem afghanischen Amtskollegen in Kabul hatte der US-Präsident auch einen verstärkten Kampf gegen den Opiumhandel angemahnt, einer Geldquelle für die Rebellen. Außerdem drängte er zu einer “guten Regierungsführung“, zur Sicherstellung der Produktion in der Landwirtschaft und im Energiebereich sowie zur “Gesetzmäßigkeit“. Das alles, so Obama, werde zu einem sichereren und unabhängigeren Afghanistan mit mehr Wohlstand beitragen.

Ein hochrangiger Washingtoner Regierungsbeamter charakterisierte das Gespräch mit Karsai als “sehr produktiv“ und geschäftsmäßig“. Der afghanische Präsident selbst sprach von einer “guten Diskussion“. Im Dezember hatte Obama eine Aufstockung der in dem Land stationierten US-Truppen um 30.000 Soldaten verfügt, damit wird die Zahl auf 100.000 steigen. Außerdem sind mehr als 40.000 Soldaten aus anderen Ländern in Afghanistan im Einsatz, so auch aus Deutschland.

dpa

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