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Schart erneut den "Neufahrner Kreis" um sich: Carl-Theodor zu Guttenberg.

„Neufahrner Kreis“

Guttenberg bittet wieder ins Schlösschen

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Neufahrn - Der „Neufahrner Kreis“ tagt wieder – ein Zirkel junger CSU-Politiker um den ehemaligen Hoffnungsträger Karl-Theodor zu Guttenberg. Vergangenes Jahr hatte das Treffen bundesweit die Fantasie beflügelt, hier werde geklüngelt und intrigiert.

Update vom 24. Februar: Hinter den Kulissen nähert sich Karl-Theodor zu Guttenberg wieder der CSU an. Viele fragen: Will er wieder an die Macht? Tatsächlich gibt es einige Anzeichen für ein Guttenberg-Comeback.

Im Schlosshotel wird mal wieder konspiriert. Am zweiten Februar-Wochenende holen CSU-Vize Manfred Weber und die früheren Politiker Karl-Theodor zu Guttenberg und Georg Fahrenschon wieder junge Abgeordnete zum „Neufahrner Gesprächskreis“ zusammen. Das geht aus den Einladungsschreiben hervor, die unserer Redaktion vorliegen. „Einige Stunden zurückgezogen mit politischen Freunden verbringen“, schreibt Weber, „und angeregt über die Zukunft diskutieren“.

Die Aufregung um das Treffen in dem niederbayerischen Örtchen war bei der ersten Zusammenkunft 2015 erheblich – es wurde als eine Art Gegen-Netzwerk zum aufstrebenden Minister Markus Söder betrachtet, der nicht eingeladen war (Parteichef Horst Seehofer übrigens auch nicht). Kamerateams fanden sich ein, vor allem wegen Guttenberg. Der Ex-Minister pampte vor Journalisten nur, er sei „privat hier“, drinnen lästerte er, so war zu hören, über die „Schnappatmung in der CSU“. Alles in allem ging das Treffen mit den drei Dutzend jungen und halbwegs jungen Abgeordneten und CSU-Funktionären sehr unspektakulär über die Bühne.

Schnappatmung droht heuer eher nicht mehr. Weber hat seine Position inzwischen als Parteivize gefestigt, er wird von Seehofer nicht mit Argwohn beobachtet. Guttenbergs Heimatbesuche aus dem US-Exil häufen sich und stoßen auf sinkende Aufregung. Mit ernsthaften Bemühungen für ein Comeback des früheren Verteidigungsministers wird derzeit nicht gerechnet. Auch ihrem Parteifreund Fahrenschon, derzeit Sparkassenpräsident in Berlin, hatten CSU-Politiker früh signalisiert, besser nicht an eine Rückkehr zu denken. Der Oberbayer Fahrenschon war mal als bayerischer Finanzminister Söders Vorgänger. Zudem ist die Gästeliste im 500 Jahre alten Schloss nun etwas unspektakulärer. 2015 waren noch ein Außenminister und ein Schach-Weltmeister dabei, diesmal kommen ein hoher EU-Beamter und Allianz-Chef Oliver Bäte. Teilnahmen anderer internationaler Gäste sind bisher nicht bestätigt. Der Termin kollidiert mit der um einiges wichtigeren Münchner Sicherheitskonferenz. Samstagvormittag ist deshalb auch schon wieder Schluss – mit einem gemeinsamen Weißwurstessen.

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