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Der ehemalige Bundeswirtschafts- und Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg checkt ins Schlosshotel in Neufahrn ein.

Seehofer, Söder und Aigner nicht dabei

Guttenberg-Treffen mit CSU-Politikern sorgt für Wirbel

Neufahrn - Karl-Theodor zu Guttenberg diskutiert mit Manfred Weber und einigen jungen CSU-Politikern über die Zukunft. Doch was soll das? Diese Frage haben sich viele in der CSU vor dem Treffen gestellt. Doch, so heißt es, das Revolutionspotenzial sei gering.

Er kommt als einer der allerersten - und entschwindet mit einem lässigen Lächeln, aber sehr rasch und beinahe wortlos im Treppenhaus. „Ich bin privat hier“, sagt Karl-Theodor zu Guttenberg lediglich, als er am Freitag im Schlosshotel Neufahrn in Niederbayern ankommt. Sonst nichts.

Doch die Nachricht ist auch so gesetzt: Der einstige CSU-Hoffnungsträger ist wieder da - wenn auch nur „privat“ und nur für zwei Tage. Es ist das erste Mal seit seinem Rücktritt als Verteidigungsminister und seinem Umzug in die USA, dass sich Guttenberg in größerer Runde mit CSU-Politikern trifft.

Zu dem Treffen der besonderen Art haben drei Weggefährten aus JU-Tagen gemeinsam eingeladen: Manfred Weber, niederbayerischer CSU-Bezirkschef und seit vergangenem Jahr Vorsitzender der EVP-Fraktion im Europäischen Parlament. Georg Fahrenschon, ehemaliger bayerischer Finanzminister und jetziger Chef des Sparkassenverbandes. Und eben Guttenberg.

Eingeladen wurden: eine bunte Reihe vorwiegend jüngerer CSU-Politiker aus Bundestag und Landtag, aber auch aus der Kommunalpolitik. Und zwar zum „Nachdenken“ und „Diskutieren“ - so hatte es auf der Einladung, unter Webers Briefkopf, geheißen.

Das geplante Treffen sorgte für gewisse Wellenschläge in der CSU. Weil einige Abgeordnete eingeladen sind, viele andere aber nicht. Weil die derzeit aussichtsreichsten Kronprinzen von Parteichef Horst Seehofer, Markus Söder und Ilse Aigner, nicht mit dabei sind - und Seehofer schon gleich gar nicht. Und eben weil Guttenberg einer der drei Einladenden ist.

Von Kopfschütteln und Verwunderung innerhalb der Landtagsfraktion berichtet deshalb ein Abgeordneter. Der Parlamentarische Geschäftsführer Josef Zellmeier spricht im „Straubinger Tagblatt“ gar von einem „Aufschrei“. Das aber sei doch deutlich übertrieben, meinen andere.

Manche sehen in dem Treffen vor allem den Versuch Webers, einen Unterstützerkreis um sich zu scharen. Doch mit der Partnerschaft mit Guttenberg habe sich der EVP-Fraktionschef keinen Gefallen getan, sagte ein Landtagsabgeordneter. Das sei ein „kapitaler Fehler“.

Weber selbst spielt das Ganze herunter. Guttenberg, Fahrenschon und er seien gute Freunde, sie träfen sich regelmäßig - und diesmal eben mit einigen Gästen. „Wir haben keine Wahlen, deswegen ist das jetzt eine gute Zeit zum Diskutieren“, sagt er. „Die CSU muss die wahlfreie Zeit nutzen, um in die Zukunft zu denken - und das wollen wir hier machen.“

Es sei deshalb auch nicht nötig gewesen, dies bei Seehofer anzumelden. „Ich bin überzeugt, dass er kein Problem damit hat, wenn junge Leute sich treffen und darüber nachdenken, wo die Aufgaben von morgen liegen.“ Auch der österreichische Außenminister Sebastian Kurz, einer der Gäste in Neufahrn, meint: „Es ist gut, dass die Jungen einer Partei auch gemeinsam über den Tellerrand hinausdenken.“

Was aber ist mit Guttenberg? Die einen spekulieren, der Oberfranke könnte in absehbarer Zeit wieder ein Bundestagsmandat bekommen - wenn er wollte. Die anderen sagen, man habe Guttenberg vielleicht seine abgeschriebene Doktorarbeit verziehen, nicht aber seinen „grußlosen Abgang“ und sein Interview-Buch („Vorerst gescheitert“).

Klar ist: In Sachen Seehofer-Nachfolge ist das Treffen in Niederbayern wohl in der Tat völlig ohne Belang. Es gehe hier sicher nicht um irgendwelche Personaldiskussionen, sagt einer der Teilnehmer. Und auch einer der Abgeordneten, die nicht eingeladen wurden, sagt: „Das Revolutionspotenzial in Neufahrn ist gering.“

dpa

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