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Ein bisschen netzwerken: Karl-Theodor zu Guttenberg und Manfred Weber laden nach Niederbayern ein.

Netzwerken in Niederbayern

Guttenberg lädt die CSU ins Märchenschloss

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München – In Niederbayern formiert sich ein ungewöhnlicher Kreis jüngerer Abgeordneter – ohne Seehofer, Söder und Aigner. Dafür mit Karl-Theodor zu Guttenberg.

Update vom 24. Februar 2016: Hinter den Kulissen nähert sich Karl-Theodor zu Guttenberg wieder der CSU an. da liegt die Frage nahe: Will er wieder an die Macht? Tatsächlich gibt es einige Anzeichen für ein Guttenberg-Comeback.

Zu buchen sind hier Ritter-Feste und Dracula-Abende, aber auch seiner romantischen Liebes-Dinner im Kerzenschein rühmt sich das gut 500 Jahre alte Schloss Neufahrn. Noch ist nicht ganz klar, auf welche Art Veranstaltung das Schlosshotel am übernächsten Wochenende zusteuert. Es dürfte eine Mischung aus allem sein. Für eine Nacht geht in dem niederbayerischen Gemäuer eine etwas rätselhafte Gruppe aus CSU-Gefallenen und -Hoffnungsträgern diskret in Klausur.

Drei Herren haben Mitte Januar begonnen, ausgewählte CSU-Parteifreunde zur Klausur am 20./21. Februar einzuladen: der Europaabgeordnete Manfred Weber, der bayerische Ex-Finanzminister Georg Fahrenschon und der frühere Bundesminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Man wolle sich wieder mal „persönlich austauschen“, schreiben sie unverbindlich in der Einladung. In Neufahrn wolle man „diskutieren und nachdenken“. Für das gemütliche Beisammensein wurde für den späten Abend die Kutscher-Stube gebucht.

In der CSU, in deren Parteigeschichte sich vermutlich noch nie jemand ohne Hintergedanken zu vertraulichen Zirkeln traf, sorgt das Treffen für Geraune. Eingeladen sind einige jüngere Abgeordnete aus Bundestag und Landtag, aber auch nicht alle. Explizit nicht eingeladen sind zudem die Minister Markus Söder und Ilse Aigner, von denen man bisher glaubt, sie würden in der CSU noch weiter Karriere machen. Sie haben über Dritte von dem Termin erfahren. Auch der Vorsitzende Horst Seehofer darf leider nicht nach Neufahrn. Dabei wären noch Zimmer frei.

In der Partei sind bereits muntere Verschwörungstheorien unterwegs. Die einen sehen hier einen Zirkel am Werk, der vor allem Söder kritisch gegenüber stehe – er und Weber sind sich in herzlicher Abneigung verbunden. Andere lästern, ob der im fernen Brüssel zum Fraktionschef beförderte Weber nun eine Art Neben-Grundsatzkommission einberufen wolle. Erstaunlich ist zudem, dass der öffentlich lange abgetauchte Guttenberg nun Co-Einladender ist. Er war auch schon im Umfeld der Sicherheitskonferenz auf einer CSU-Veranstaltung zu Gast, verlässt sein Exil in den USA also allmählich häufiger. Auch in Glamour- und Boulevardblättern ist wieder mehr von ihm zu lesen. Fahrenschon, dem Dritten im Bunde, wird nachgesagt, er sei als Sparkassenverbands-Chef in Berlin umstritten und nicht glücklich, er denke an einen Rückweg in die Politik.

Netzwerk-Pflege dürfte bei all dem nicht schaden. Es gibt ja 2017 und 2018 wieder allerhand Posten in Partei und Staat zu verteilen, und aufgeregt sind eh alle. Dass man sich nicht mal nur eben auf einen günstigen Blutwurz trifft (das Stamperl gäbe es für 3 Euro), geht auch aus der Liste der externen Gäste hervor – die ist spektakulär. In die Provinz ist unter anderem Eric Emerson Schmidt eingeladen, der Amerikaner ist einer der obersten Google-Manager und beriet US-Präsident Barack Obama. Zugesagt haben bereits Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow und Österreichs junger Außenminister Sebastian Kurz (28).

Weber hat die Runde „Neufahrner Gesprächskreis“ getauft und den Tagungsort in seiner niederbayerischen Heimat ausgewählt. Er hat Erfahrung mit Zirkeln, netzwerkte schon als Chef der Jungen Union. Auf all die Verschwörungstheorien solle man aber, so wird in seinem weiteren Umfeld betont, nicht viel geben. Zwar wird in Neufahrn ein Untoter aus seiner feuchten Gruft kriechen – aber erst am Samstagabend beim Krimi-Dinner „Der Spuk von Darkwood Castle“, wenn alle Politiker wieder weg sind.

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