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„Wer ist der Frischeste?“ Guttenberg und Seehofer 2010.

Wirbel um Treffen in Niederbayern

Guttenberg lästert über „Schnappatmung“ der CSU

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München - Die Schlösschen-Runde junger CSU-Politiker in Niederbayern geht ohne Revolte, aber mit Sticheleien zu Ende. Besonders einer freut sich über den medialen Wirbel.

Das Schlösschen-Treffen in der CSU ist ohne Revolution zu Ende gegangen. Mindestens ein Veranstalter hatte am medialen Wirbel große Freude. Karl-Theodor zu Guttenberg habe sich köstlich amüsiert, dass „ambitionierte oder überambitionierte“ Vertreter der CSU schon „Schnappatmung bekommen“, nur weil er an einer Gesprächsrunde teilnehme, wird er von Teilnehmern zitiert. Mit anderen Worten: Führt euch nicht so auf.

Schnappatmung: Ein witziger Begriff für die Neugier, die das interne Treffen in Niederbayern ausgelöst hat. Für zwei Tage und eine Nacht gingen der einstige CSU-Hoffnungsträger Guttenberg, der Europapolitiker Manfred Weber und der frühere Finanzminister Georg Fahrenschon mit 30 jungen Abgeordneten in Neufahrn in Klausur. Von intensiven und guten Gesprächen mit externen Gästen wie Österreichs jungem Außenminister Sebastian Kurz berichten Teilnehmer. Man habe gegen niemanden intrigiert, man wolle sich wieder treffen und über Sachthemen reden. Guttenberg soll intern keinerlei Interesse an einer Rückkehr in die Politik signalisiert haben. Seine Firma mache ihm Freude, demnächst gebe es ein neues Büro in Singapur.

Manche hat das Treffen tatsächlich irritiert – dem nicht eingeladenen Minister Markus Söder wird das nachgesagt, er hat von allen wohl am wenigsten Guttenberg-Sehnsucht. Er schweigt dazu. Aber nach einem Söder-Auftritt bei der Nürnberger CSU am Wochenende schrieb eine hohe Parteifreundin, Landtags-Fraktionsvize Gudrun Brendel-Fischer, demonstrativ auf Facebook: „Bei uns in Franken gibts keine konspirativen Sitzungen! Da herrscht Transparenz und wir spielen mit offenen Karten!“

In der CSU sind an diesem Wochenende tatsächlich zwei Welten zu erleben. Während die Parteifreunde unter den Stuckdecken im Schlösschen tagen, klammert sich der Vorsitzende in einem Münchner Wirtshaus an sein Rednerpult und redet der Leberkäs-Etage ins Gewissen. Wer nicht arbeitet, der fliegt, ist die Botschaft von Horst Seehofer. „2015 ist ein Arbeitsjahr.“ Wer da nicht vollen Einsatz zeige, „wird erleben, dass er nach den Wahlen keinen Posten mehr hat“, formuliert er drastisch – weil Versäumnisse in diesem Jahr später in den Wahlkämpfen nicht mehr aufgeholt werden könnten. Seehofer schreit diese Botschaften nicht, er beugt sich aber ganz dicht zum Mikrofon runter und ist in jedem Winkel des Saales zu hören.

Er nutzt den Auftritt auch, um Zweifel an seiner Verfassung zu verwischen. Als krank und matt hatte ihn unlängst der „Spiegel“ beschrieben. Ohne darauf oder auf den Neufahrner Jugend-Zirkel direkt einzugehen, kehrt Seehofer seine Erfahrung heraus: „Ich bin jetzt 35 Jahre an der vordersten Front in Bonn, Berlin, München tätig. Man hat nach einer solchen Zeit das Stadium des Praktikanten verlassen und weiß, wie der Hase läuft.“ Eines dürfe heuer keine Rolle spielen: „Wer ist der Schönste, wer ist der Schnellste, wer ist der Frischeste?“

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