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„Das isses aber“: Karl-Theodor zu Guttenberg.

Ewige Frage nach der Rückkehr

Guttenberg rügt „hohle Rülpser aus Europa“

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Karl-Theodor zu Guttenberg und die ewige Koketterie mit seiner Rückkehr aus den Staaten - bei einer Veranstaltung in München griff er den Faden auf. Und prophezeit seiner Union schwierige Wochen. 

München – Am Ende hat ärgerlicherweise keiner danach gefragt, also muss Karl-Theodor zu Guttenberg von sich ansetzen, um seine Botschaft loszuwerden. Er habe gehört, dass ein großes Magazin einen Artikel über seine Rückkehr in die Bundespolitik plane, sagt er. „Ich bin bereit, für einige Termine meiner Partei Unterstützung zu geben. Das isses aber.“ Wer glaube, er lechze nach politischen Ämtern und werde im Spätherbst wieder dastehen, der irre. 

Die unendliche Geschichte, Kapitel 437: Kommt „KT“ aus dem US-Asyl zurück oder nicht? Guttenberg nutzt einen Auftritt vor Managern in München, eingeladen von „Deloitte“, um die Erwartungen mal wieder zu dämpfen. Er deutet noch seine schulpflichtigen Kinder an, sein an der US-Ostküste gegründetes Unternehmen und überhaupt die „neue Freiheit“, die etwas „Wunderbares“ sei, wenn man in der Politik „das alles durchschaufelt hat“.

Eine ewige Koketterie: Kehrt der Ex-Verteidigungsminister zurück?

Der Ex-Verteidigungsminister und die ewige Koketterie mit der Rückkehr – es ist ein zunehmend bizarres Wechselspiel aus CSU und Medien, das dieses Thema am Blubbern hält. Das mediale Interesse an jedem Auftritt des adeligen Oberfranken ist auch sechseinhalb Jahre nach seinem Rücktritt hoch. Parteichef Horst Seehofer bringt Guttenberg zudem alle paar Monate mit ein paar geraunten Bemerkungen wieder ins Spiel; irgendein Journalist findet sich immer, der das dann weiterverbreitet. Sachstand ist dabei nur: Im aktuellen Wahlkampf wird Guttenberg der CSU mit einem knappen Dutzend Terminen helfen, Details noch offen, eine Kommentierung des TV-Duells Anfang September ist dabei.

Für danach prophezeit der 45-Jährige seiner Union übrigens schwierige Wochen. „Wir werden in die tollsten Koalitionsverhandlungen eintreten. Mit wem auch immer.“ Ein paar innenpolitische Bemerkungen lässt er noch fallen bei seinem Auftritt, stichelt gegen die Rente mit 63 und lobt die neue Rolle von Sigmar Gabriel im Bundeskabinett. Damit ist Guttenberg aber schon nahtlos bei seinem Thema Außenpolitik, bei der „Zeitenwende“ auf der ganzen Welt.

Er wiederholt die unlängst in München geäußerte Mahnung, in US-Präsident Donald Trump nicht nur den „blonden Rüpel aus dem Weißen Haus“ zu sehen und auf dessen schnelles Verschwinden zu setzen, sondern sich mit ihm ernsthaft zu befassen. „Er schart weiter eine sehr glühende Anhängerschaft hinter sich.“ Nicht mal die Wiederwahl sei ausgeschlossen.

Im Umgang mit der Türkei rät er zu einer härteren Linie, einem Ende der EU-Beitrittsgespräche. Und verlangt von den anderen Staaten Europas zu den jüngsten Festnahmen in der Türkei „mehr als nur hohle Rülpser aus den Hauptstädten“.

cd

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