„Letzte Wochen waren kein Glanzstück“

Habeck stellt sich hinter Baerbock - Wechsel der Grünen-Kanzlerkandidatur „ist Kokolores“

  • Felix Durach
    VonFelix Durach
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Grünen-Chef Robert Habeck stellt sich weiterhin hinter Annalena Baerbock und gibt sich kämpferisch. Angebliche Debatten über einen Tausch des Kanzlerkandidaten seien „Kokolores“.

Berlin - Turbulente Monate liegen hinter Annalena Baerbock. Erst wird die 40-Jährige zur ersten Kanzlerkandidatin der Grünen gewählt und führt ihre Partei auf den Umfrage-Höhepunkt, dann folgen Unstimmigkeiten über zu spät angegebene Zahlungen und Angaben in ihrem Lebenslauf.

Zuletzt standen bei den Grünen weiterhin weniger die Inhalte im Zentrum der Aufmerksamkeit, sondern Plagiatsvorwürfe in Bezug auf Baerbocks Buch „Jetzt. Wie wir unser Land erneuern“.

Tauschen die Grünen Baerbock noch vor der Wahl aus? Habeck: „Das ist Kokolores“

Da in diesem Zeitraum auch die Umfragewerte der Grünen stetig sanken, wurden immer mehr Stimmen lauter, die einen Austausch der Kanzlerkandidatin vor der Bundestagswahl forderten. Immerhin hätten die Grünen ja mit Robert Habeck noch einen zweiten Parteichef in der Hinterhand, der die Kandidatur übernehmen könnte.

Habeck selbst wehrt sich nun im Interview mit der Süddeutschen Zeitung (Samstagsausgabe) gegen die Forderungen. „Das ist Kokolores“, erklärt der 51-Jährige. „Wir haben Annalena gerade auf unserem Parteitag mit nahezu hundert Prozent zu unserer Kanzlerkandidatin gewählt. Jetzt geht es darum, aus diesem Vertrauensvorschuss, den sie von der Partei bekommen hat, das Beste zu machen.“

Habeck gesteht Fehler seiner Partei ein: „Letzten Wochen waren kein Glanzstück“

Doch auch wenn es für Habeck keine Option zu sein scheint, die K-Frage bei den Grünen erneut zu stellen, gestand der Grünen-Chef auch Fehler im Wahlkampf ein. „Die letzten Wochen waren kein Glanzstück“, gesteht Habeck ein und gibt zu sich in den letzten Wochen „mehr als einmal“ über Fehler seiner Partei geärgert zu haben, die so nicht hätten passieren dürfen.

Auch auf die Vorwürfe gegen Baerbock angesprochen gab der 51-Jährige an: „Diese Vorgänge waren für alle überraschend. Hätten wir gewusst, dass an den Stellen hätte solider gearbeitet werden müssen, wäre da solider gearbeitet worden.“

Grünen-Chef Habeck zeigt sich für die Wahl kämpferisch: „Gelaufen ist gar nichts“

Auch wenn die Ereignisse der letzten Monate dem Wahlkampf der Grünen sicherlich geschadet haben, sieht Habeck keinen Grund dafür, sich geschlagen zugeben. „Gelaufen ist gar nichts“, erklärt er kämpferisch mit Blick auf die Chancen der Grünen doch noch ins Kanzleramt einzuziehen. „Aber das Ziel ist das Kanzleramt nicht, weil es da so schön ist. Das Ziel ist, die großen Aufgaben unserer Zeit zu stemmen, und dabei hilft es, möglichst stark zu werden“, führt Habeck weiter aus.

Ebenso wehrt Habeck sich dagegen, die Aufstellung von Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin als Fehler zu bezeichnen. Immerhin habe die 40-Jährige die Grünen nach ihrer Nominierung zu den besten Umfragewerten geführt, welche die Partei jemals hatte. In den Monaten bis zur Bundestagswahl gehe es nun darum dieses Vertrauen, das die Wähler in Baerbock hatten, wieder herzustellen. „Ich sehe noch große Chancen, im Lauf des Wahlkampfs dieses kostbare Gut Vertrauen zu erwerben“, kündigt Habeck an. (fd)

Rubriklistenbild: © Axel Schmidt/AFP

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