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Habeck stellt seine Klima-Pläne vor - Fridays For Future reagieren entgeistert

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Von: Anna-Katharina Ahnefeld

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Grünen-Minister Robert Habeck hat seine Pläne zum Klimaschutz vorgestellt. Nicht ausreichend, heißt es von Seiten Fridays For Future.

Berlin – Die Pläne des neuen Klimaschutzministers Robert Habeck (Grüne) stießen überwiegend auf ein positives Echo – doch nicht alle zeigen sich begeistert. Kritik kommt etwa von Seiten der Umweltbewegung Fridays For Future. Aktivistin Carla Reemtsma hält die Klima-Pläne nicht für ausreichend. „Die Lücke zwischen den Versprechen im Klimaschutz und den tatsächlichen Emissionen war nie größer als heute“, sagte Reemtsma dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Dienstag.

Zuvor hatte Habeck erklärt, den Ausbau der erneuerbaren Energien aus Wind und Sonne massiv beschleunigen zu wollen – sonst drohe Deutschland die Klimaziele zu verfehlen. Der Grünen-Politiker hatte am Dienstag eine Bilanz des aktuellen Standes beim Klimaschutz gezogen und für das Frühjahr und den Sommer zusätzliche Sofortprogramme angekündigt. Ziel sei, die bisherigen Anstrengungen etwa zu verdreifachen.

Habeck stellt seine Klima-Pläne vor - doch Fridays For Future reagiert entgeistert

Bei den Zielen zur CO2-Minderung und dem Ausbau erneuerbarer Energien gebe es einen „gehörigen Rückstand“, machte Habeck* am Dienstag weiter deutlich. Umso wichtiger sei es, ab sofort „effizienter und schneller“ zu werden. Dabei verwies er auf Prognosen, die für 2021 „mit einem Anstieg der Emissionen um vier Prozent“ rechnen. Der Trend gehe damit „in die falsche Richtung“, sagte der Minister. Tempo machen will Habeck im Kampf gegen den Klimawandel vor allem beim Ausbau von Wind- und Solarenergie, aber auch bei Gebäuden und Industrie. „Wir müssen dreimal besser sein in allen Bereichen“, sagte der Minister.

Als Reaktion auf das Versagen der Großen Koalition nur in einem Sektor Maßnahmen zur Einhaltung der eigenen unzureichenden Klimaziele umzusetzen, ist ein Bruch der Versprechen mit Ansage.

Carla Reemtsma

Nicht genug der Anstrengungen, geht es nach der Fridays-For-Future-Aktivistin. In den Regierungsplänen fehlten sofort wirksame Maßnahmen zur Senkung der Treibhausgasemissionen. „Statt nun konsequent umzusteuern, entscheidet sich die Ampel weiter gegen jede einzelne Maßnahme, die den Ausstoß schnell senken würde“, kritisierte Reemtsma. Notwendig sei jedoch „angesichts der jahrelangen Verfehlungen“ nun „eine sofortige Kehrtwende“.

Robert Habeck stellt sein Klimaprogramm vor.
Vizekanzler Robert Habeck präsentierte am Dienstag sein Klimaprogramm. © Odd Andersen/AFP

Tatsächlich aber ignoriere die Regierung den Verkehrssektor, „hält an fossilem Gas fest und lässt den viel zu niedrigen CO2-Preis unangetastet“, bemängelte die FFF-Aktivistin. „Als Reaktion auf das Versagen der Großen Koalition nur in einem Sektor Maßnahmen zur Einhaltung der eigenen unzureichenden Klimaziele umzusetzen, ist ein Bruch der Versprechen mit Ansage“, sagte sie weiter. (aka/dpa)

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