1. Startseite
  2. Politik

Söder-Minister warnt Habeck vor Energie-Engpässen - und überrascht mit Windrad-Plädoyer

Erstellt:

Von: Anna-Katharina Ahnefeld

Kommentare

Bundeswirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) hat die Chancen der Klimawende für die Wirtschaft betont. Aus Bayern kommen Warnungen – aber auch Unterstützung.

München/Düsseldorf – Der neue Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) hat seine Pläne zum Klimaschutz vorgestellt – und erklärt, den Ausbau der erneuerbaren Energien aus Wind und Sonne massiv beschleunigen zu wollen. Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) warnt mit Blick auf die Pläne jedoch vor Versorgungsengpässen und einer Verteuerung des Stroms.

„Das größte Problem wird die Versorgungssicherheit in der windstillen Nacht. Wenn wir nicht sicherstellen können, Strom jederzeit zu bezahlbaren Preisen anzubieten, kann das ganze Projekt der Energiewende in eine Schieflage geraten“, sagte Füracker der Rheinischen Post. Zugleich warb er aber um Akzeptanz für den Ausbau der Windkraft. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte zuletzt Widerstand gegen eine Ende der umstrittenen 10H-Regel angekündigt.

Robert Habeck
Der neue Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck (Grüne) bei seiner ersten Rede im Bundestag. © Michael Kappeler/dpa

„Natürlich verändern Windkräder unsere Landschaft. Aber auch der Kohleabbau oder die Atomkraft, ein Flughafen, Autobahnen oder Schienen verändern die Landschaft und das individuelle Lebensgefühl der Anwohner“, sagte Füracker der Zeitung. „Das Vereinen von Fortschritt und Tradition bedeutet eben auch, dass Infrastruktur benötigt wird.“ Allerdings könne man nicht auf jeden Hügel ein Windrad stellen, es seien klügere Konzepte nötig.

Söder-Minister warnt Habeck vor Energie-Engpässen - und überrascht mit Windrad-Plädoyer

CSU-Generalsekretär Markus Blume verteidigte unterdessen die in Bayern geltende, strenge 10-H-Abstandsregel für Windkraftanlagen erneut. Nicht diese sei das Haupthemmnis für den Ausbau, sondern ungünstige Ausschreibungsbedingungen, sagte Blume der Rheinischen Post. Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) signalisierte allerdings in dem Blatt Bereitschaft zu einer flexibleren Anwendung der Abstandsvorgaben. Auch Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) rechtfertigte die in dem Land geltende Abstandsregel von 1000 Meter. Diese würde gleichwohl einen hinreichenden Windkraftausbau ermöglichen, sagte er ebenfalls der Zeitung.

Der Klimaschutz sei „eine Herausforderung, die uns wachsen lassen kann“, sagte Habeck am Donnerstag im Bundestag. Er rechne deswegen mit einem Aufschwung für Industrie und Handwerk. Mit Blick auf die aktuell hohen Energiepreise sagte Habeck, es seien „die fossilen Energieträger, die derzeit die Preise für die Verbraucherinnen und Verbraucher nach oben treiben“ - Gas, Öl und Kohle. Mittelfristig sei daher „die beste Chance, die wir haben, uns unabhängig zu machen von den fossilen Energien“. Das gebiete der Klimaschutz, aber das gebiete auch „das Nutzen der Innovationspotenziale der deutschen Wirtschaft“. (dpa/aka)

Auch interessant

Kommentare