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Habeck fährt ARD-Moderator in die Parade: „Diese Zahlen muss man doch genau andersrum lesen“

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Von: Patrick Huljina

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Robert Habeck sieht bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein ein „starkes Ergebnis“ für die Grünen – und wirbt für eine schwarz-grüne Koalition.

Kiel - Die Stimmabgabe bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein ist beendet. Großer Gewinner ist ersten Prognosen zufolge die CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Daniel Günther. Nach ARD- und ZDF-Hochrechnungen von 19 Uhr stehen 42,1 bis 42,6 Prozent zu Buche. Auch die Grünen haben deutlich zugelegt und lagen demnach bei 17,2 bis 19,3 Prozent. Das wäre das bislang beste Landtagswahl-Ergebnis der Partei in Schleswig-Holstein.

Wahl in Schleswig-Holstein: Habeck sieht „starkes grünes Ergebnis“

Im Wahlstudio der ARD gab Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) seine Einschätzung zu den Ergebnissen der Landtagswahl in Schleswig-Holstein ab. „Es ist ein sehr, sehr starkes grünes Ergebnis“, sagte Habeck. Er gratulierte dem amtierenden Ministerpräsidenten Günther zum Wahlsieg, merkte allerdings an: „Er wird auch wissen, wem er das gute Ergebnis zu danken hat.“

Schleswig-Holstein sei ein Land, das eine harte politische Tradition hat, erklärte Habeck. Man sei dort lange Zeit nicht „Mitbewerber, sondern Gegner und Feind“ gewesen, so der Bundeswirtschaftsminister. „Dass das überwunden wurde, liegt auch daran, dass konservative und moderne Kräfte gut zusammengearbeitet haben.“ In den vergangenen fünf Jahren agierte in Schleswig-Holstein eine Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP.

Habeck wirbt für Schwarz-Grün in Schleswig-Holstein: CDU-Ministerpräsident „schlau genug“

„Ich glaube, Daniel Günther ist schlau genug zu sehen, wenn zwei Parteien die Wahl gewinnen, was daraus dann zu folgen hat“, sagte Habeck weiter und warb damit für eine schwarz-grüne Landesregierung. „Ich glaube, das wäre eine Erfolgsgeschichte.“

Im ARD-Wahlstudio in Kiel wurden Umfragen von Infratest Dimap zu möglichen Koalitions-Bündnissen in Schleswig-Holstein vorgestellt. Demnach hielten 62 Prozent der Grünen-Wähler eine Koalition mit der CDU für „gut“. Umgekehrt sagten 44 Prozent der CDU-Wähler das Gleiche über ein schwarz-grünes Bündnis. Eine schwarz-gelbe Koalition hielten demnach 71 Prozent der FDP-Wähler und 48 Prozent der CDU-Wähler für „gut“.

Habeck fährt ARD-Moderator in die Parade: „Diese Zahlen muss man doch genau andersrum lesen!“

„Wenn man es auf die Goldwaage legt, dann wollen die Anhänger lieber ein schwarz-gelbes Bündnis, noch lieber übrigens Jamaika“, erklärte der ARD-Moderator Jörg Schönenborn. Grünen-Politiker Habeck sah sich gezwungen, zu widersprechen und fuhr dem Moderator in die Parade: „Diese Zahlen muss man doch genau andersrum lesen!“

Robert Habeck und Moderator Jörg Schönenborn im ARD-Wahlstudio.
Robert Habeck war im ARD-Wahlstudio mit der Interpretation einer Koalitions-Umfrage nicht einverstanden. (Screenshot) © Screenshot/ARD-Wahlstudio/ARDMediathek

Die Grünen und die CDU seien schließlich „spinnefeind“ gewesen – nun habe man mehr oder weniger eine Pattsituation. „Das ist doch die Aussage“, stellte Habeck klar. „Das Land entwickelt sich Richtung Progressivität“, sagte er und verwies auch auf ein mögliches Desaster für die AfD.

Schleswig-Holstein habe davon profitiert, dass die „verhärtete politische Kultur“ aufgebrochen worden sei. „Natürlich gehen die Stimmen immer zum Amtsinhaber, wenn man ihn wiederhaben will. Und er war ein guter MP, keine Frage“, sagte Habeck über Günther. „Dieses Wahlergebnis ist eindeutig zu interpretieren, was das Land will“, so der Grünen-Politiker. Im ZDF erklärte Habeck anschließend: „Es gibt zwei Wahlsieger: Daniel Günther und die Grünen.“ (ph)

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