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Christine Haderthauer mit ihrem Mann Hubert, durch dessen Geschäfte mit einer Modellbau-Firma die CSU-Politikerin unter Druck steht.

Staatskanzleichefin unter Druck

Haderthauer kassierte noch 2008 bei Modellbau-Firma

München - Die in der Modellbau-Affäre unter Druck stehende bayerische Staatskanzleichefin Christine Haderthauer soll noch im Jahr 2008 Überweisungen über insgesamt 5500 Euro von der Firma Sapor Modelltechnik erhalten haben.

Diese Überweisungen wolle auch die Staatsanwaltschaft München II in dem bevorstehenden Ermittlungsverfahren gegen Haderthauer prüfen, berichtete die "Süddeutsche Zeitung" am Donnerstag.

Haderthauer selbst sagte dem Blatt, es handle sich um eine zunächst von ihrem Konto ausgelegte Zahlung an eine PR-Firma, die ihr dann vom Geschäftskonto der Sapor Modelltechnik erstattet worden sei. "Dies ist ein alltäglicher Vorgang, der in jedem Kleinunternehmen mal vorkommt."

Die Frage, wie lange und wie intensiv Haderthauer an den Geschäften beteiligt war, ist politisch relevant. Auf eine parlamentarische Anfrage der Opposition hatte sie im vergangenen Jahr angegeben, dass sie seit dem Jahr 2003 nicht mehr Teilhaberin der Firma gewesen sei. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat sein Festhalten an der Ministerin trotz des drohenden Ermittlungsverfahrens auch damit begründet, dass die Vorwürfe gegen Haderthauer nichts mit dem Regierungshandeln zu tun hätten. Haderthauer war Ende 2008 erstmals ins bayerische Kabinett eingezogen.

Die Staatsanwaltschaft München II hatte am Dienstag mitgeteilt, dass sie wegen des Verdachts auf Betrug gegen Haderthauer ermitteln will. Falls Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU) nicht bis zum heutigen Donnerstag erklärt, die Angelegenheit dem Parlament vorlegen zu wollen, kann die Behörde die Ermittlungen aufnehmen.

Hintergrund ist ein Rechtsstreit mit einem früheren Anteilseigner der Sapor Modelltechnik, dem Franzosen Roger Ponton, der sich nach seinem Ausstieg aus dem Unternehmen von den Haderthauers betrogen fühlte. Das früher von Christine Haderthauer und später von ihrem Mann geführte Unternehmen Sapor Modelltechnik verkaufte von psychisch kranken Straftätern im Rahmen einer Therapie gefertigte Luxus-Modellautos.

ran/cn

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