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Die damalige CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer und Mann Hubert Haderthauer.

Wegen Betrugs und Steuerhinterziehung

Haderthauer-Ehemann wird angeklagt

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München - In der sogenannten Modellauto-Affäre hat die Staatsanwaltschaft München II den Ehemann der früheren Staatskanzleichefin Christine Haderthauer (CSU) wegen Betrugs und Steuerhinterziehung angeklagt.

Die Modellauto-Affäre und ihre Folgen: Jetzt wird’s ernst für Hubert Haderthauer (57)! Gestern Nachmittag teilte die Staatsanwaltschaft München II mit, dass Anklage gegen den Ehemann der früheren Staatskanzleichefin Christine Haderthauer (52, CSU) sowie gegen Ernst Michael R. erhoben wird. Tatvorwurf: Betrug zum Nachteil eines früheren Geschäftspartners. Darüber hinaus legt die Staatsanwaltschaft Hubert Haderthauer Steuerhinterziehung zur Last.

Es ist ein weiteres Kapitel der Affäre, die 2014 publik wurde und Christine Haderthauer bereits ihr Amt gekostet hat. Seit 1990 führte das Ehepaar die Modelltechnikfirma Sapor, bei der Hubert Haderthauer von 2004 bis 2008 die Geschäfte leitete. In dieser Funktion ließ der Psychiater aber Dreifachmörder Roland S. Modellautos bauen, die Haderthauer mit Profit verkauft hat.

Hintergrund der Anklage sind nun Vorgänge im Zusammenhang mit Hubert Haderthauers Tätigkeit als geschäftsführender Gesellschafter von Sapor in den Jahren 2008 bis 2011, wie Andrea Titz, Sprecherin des Oberlandesgerichts, mitteilt. Laut Anklage sollen die Angeschuldigten „durch unvollständige beziehungsweise unrichtige Gewinnermittlungen“ dem früheren Sapor-Mitgesellschafter Roger P. bei der Gesellschaftsauseinandersetzung einen niedrigeren Unternehmenswert vorgetäuscht haben – und ihn auf diese Weise um insgesamt 84 400 Euro betrogen haben. Sollte sich das bewahrheiten, müsste Hader­thauer im schlimmsten Fall sogar mit einer Haftstrafe rechnen.

Weitere Informationen zu dem Fall will die Staatsanwaltschaft noch nicht nennen. „Über Details des Anklagevorwurfs können namentlich in Bezug auf die angeklagten Fälle der Einkommensteuerhinterziehung aufgrund der besonderen Geheimhaltungspflichten in Steuerstrafverfahren keine Angaben gemacht werden“, sagt Andrea Titz. Ob die Anklage für einen Prozess zugelassen wird: Darüber muss nun Richter Rupert Heindl entscheiden, der bereits Uli Hoeneß in den Knast geschickt hat (siehe Text oben).

Die aktuelle Anklage zeigt: Auch Jahre nach der Tätigkeit als Chef der Modelltechnikfirma muss sich Haderthauer nun mit den Konsequenzen auseinandersetzen. Seine Frau Christine hat das bereits ausgestanden. Im September 2014 musste sie als Staatskanzleichefin zurücktreten und ist seither nur noch einfache Abgeordnete im Landtag. Juristisch kam sie aber mit einem blauen Auge davon: Die Staatsanwaltschaft hatte die Betrugsermittlungen gegen sie nach mehr als einem Jahr eingestellt. Auch der gegen sie erhobene Verdacht der Steuerhinterziehung sei ausgeräumt. Allerdings akzeptierte sie einen Strafbefehl wegen eines möglichen Verstoßes gegen die Abgabenordnung.

Ob auch Hubert Hader­thauer juristisch so glimpflich wie seine Ehefrau davonkommt, wird sich erst noch zeigen.

Hoeneß-Richter prüft Anklage

Hoeneß-Richter prüft Anklage Betrug und Steuerhinterziehung: Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen Hubert Haderthauer wiegen schwer. Ob es nach Erhebung der Anklage zum Prozess kommt, prüft die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München II. Zwei Wochen hat der Vorsitzende Richter Rupert Heindl (48) dafür Zeit, die Frist kann sich aber verlängern. Heindl hat Uli Hoeneß in den Knast geschickt - wegen Steuerhinterziehung.

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