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Christine Haderthauer

"Sippenhaft"

Haderthauers Anwalt attackiert Ermittler

München - Es ist ein Frontalangriff auf die Staatsanwaltschaft. Norbert Feldmeier, Anwalt von Staatskanzlei-Chefin Christine Haderthauer, hat an die Staatsanwaltschaft München II einen Brief geschrieben, in dem er die Ermittler hart attackiert.

Von konstruierten Vorwürfen ist die Rede, von Leichtfertigkeit, sogar der Begriff „Sippenhaft“ taucht in dem siebenseitigen Schreiben auf.

Der Brief passt in das Gesamtbild der eher offensiven Verteidigungsstrategie, die das Ehepaar Haderthauer in der Affäre an den Tag legt. Das Schreiben vom 31. Juli ist eine unmittelbare Reaktion auf die Unterrichtung von Landtagspräsidentin Barbara Stamm durch die Staatsanwaltschaft München II über die Verdachtsmomente (Betrug) gegen Christine Haderthauer. Feldmeier spricht davon, dass es in der Darstellung der Staatsanwaltschaft bereits an einem rechtlich relevanten Sachvortrag einer Betrugshandlung von Christine Haderthauer fehle und deshalb auch kein Klärungsbedarf bestehe. Für ihn sei die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens nicht nachvollziehbar.

In Bezug auf die Strafanzeige, die der frühere Geschäftspartner, der Franzose Roger Ponton, erstattet hat, weil er sich betrogen fühlt, wird der Anwalt der Staatsministerin noch deutlicher. Die Staatsanwaltschaft konstruiere eine mögliche Beteiligung am möglichen Betrug gegenüber Herrn Ponton. Zugrunde liege dafür nur, dass Christine Haderthauer mit ihrem Mann in einer wirtschaftlichen Interessenlage lebe. Hierzu verweist der Anwalt darauf, dass eine Sippenhaft bislang nicht im Strafgesetzbuch verankert sei. Für einen Betrugsvorwurf gegen Haderthauer brauche es also mehr als das eheliche Zusammenleben.

Gegen Hubert Haderthauer, Landgerichtsarzt in Ingolstadt, laufen bereits seit längerer Zeit Ermittlungen wegen Betrugsverdacht und Verdacht von Steuerermittlungen. Außerdem führt die Landesanwaltschaft, oberste Disziplinarbehörde für Beamte, ein Ermittlungsverfahren gegen ihn wegen möglicher Dienstvergehen. Unter anderem geht es dabei auch um private Abrechnungen sogenannter Drogenscreenings. Wegen der laufenden strafrechtlichen Ermittlungen ruht derzeit das Verfahren der Landesanwaltschaft, soll aber wieder aufgenommen werden.

In dem Schreiben an die Staatsanwaltschaft kritisiert Feldmeier auch, dass verschiedene von der Staatsanwaltschaft erhobene Vorwürfe durch ein einfaches Telefonat mit dem Steuerberater geklärt hätten werden können, anstatt sie zum Gegenstand des Ermittlungsverfahrens zu machen.

Die Staatsanwaltschaft selbst bleibt trotz der massiven Vorwürfe des Haderthauer-Anwalts gelassen. Ein Sprecher der Behörde erklärte lapidar: „Wir äußern uns dazu nicht.“

Helmut Reister

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