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Park Geun Hye wurde am 10. März entmachtet.

Bestechlichkeit und Machtmissbrauch

Haftbefehl für Südkoreas Ex-Präsidentin beantragt

Seoul - Bis vor kurzem war Park Geun Hye noch Südkoreas Präsidentin. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft laut Medienberichten einen Haftbefehl beantragt.

Nach ihrer Entmachtung als Präsidentin Südkoreas droht Park Geun Hye nun wegen Bestechlichkeit und anderer Vorwürfe ein Strafprozess. Im Zuge ihren Ermittlungen zum Korruptionsskandal um eine langjährige Vertraute Parks beantragte die Staatsanwaltschaft am Montag einen Haftbefehl gegen die konservative Politikerin.

Der Fall sei schwerwiegend, Park habe ihre Stellung als Präsidentin und ihre Macht im Interesse ihrer Freundin Choi Soon Sil missbraucht, begründeten die Ermittler ihren Antrag. Unternehmen seien unter anderem genötigt worden, Geld zu geben. Auch bestehe die Gefahr, dass Beweise vernichtet würden.

Park weiter in Untersuchungshaft?

Das Bezirksgericht in Seoul beraumte für Donnerstag eine Anhörung zum Antrag der Staatsanwaltschaft an, wie südkoreanische Sender berichteten. Sollte das Gericht dem Antrag stattgeben, wäre der nächste Schritt eine Anklageerhebung, um Park in Untersuchungshaft zu behalten.

Nach Angaben der Ermittler liegen zahlreiche Beweise gegen die Ex-Präsidentin vor. Park habe jedoch sämtliche Vorwürfe bestritten. Sie solle in Haft genommen werden, da auch ihre Komplizin Choi und andere Verdächtige in dem Skandal verhaftet worden seien, hieß es. Die Ex-Präsidentin war in der vergangenen Woche 14 Stunden lang verhört worden.

Nach Berichten südkoreanischer Medien droht Park bei einer Verurteilung im schlimmsten Fall eine lebenslange Haftstrafe.

Korruptionsskandal verunsichert Land

Der Korruptionsskandal wühlte das Land monatelang auf. Im Dezember hatte das Parlament ein Amtsenthebungsverfahren gegen Park eingeleitet, am 10. März hatte das Verfassungsgericht sie ihres Amtes enthoben. Damit verlor die 65-Jährige auch ihre Immunität.

Aus Sicht der Richter hatte Park ihrer Freundin die Einmischung in Regierungsgeschäfte erlaubt und es zugelassen, dass geheime Dokumente weitergegeben wurden. Choi soll dank ihrer Beziehung zu Park zahlreiche Unternehmen einschließlich der Samsung-Gruppe genötigt haben, ihre Stiftungen und Organisationen mit Millionen zu fördern.

Unter anderen sitzen frühere Berater Parks und der Vize-Vorsitzende des Smartphone-Marktführers Samsung Electronics, Lee Jay Yong, in U-Haft. Am 9. Mai wählt das Land einen neuen Präsidenten.

dpa

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