Ehefrau verletzt

Haitis Präsident Moïse von Unbekannten erschossen – Weißes Haus nennt Tat „entsetzlich“

Nach Regierungsangaben ist Haitis Präsident Jovenel Moïse am Mittwochmorgen erschossen worden. Der Angriff erfolgte in seinem Haus.

Update vom 07. Juli, 16 Uhr: Regierungen weltweit reagierten entsetzt auf das Attentat, bei dem Haitis Präsident Jovenel Moïse am Mittwochmorgen erschossen wurde. Der Vorfall könnte die Krise in dem von Instabilität und großer Armut geprägtem Karibikstaat noch verschärfen.

Als Reaktion auf den Mordanschlag verkündete die Dominikanische Republik die Schließung ihrer Grenze zu Haiti. Die Maßnahme trete mit sofortiger Wirkung in Kraft, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums der Nachrichtenagentur AFP. Die Dominikanische Republik und Haiti liegen auf der Insel Hispaniola in der Karibik.

International löste der Anschlag auf Moïse Bestürzung aus. Das Weiße Haus verurteilte die Ermordung des Präsidenten als „entsetzlich“. Die Sprecherin von US-Präsident Joe Biden, Jen Psaki, erklärte, Washington sei bereit, Ermittlungen zu dem Anschlag zu unterstützen. „Schockiert und traurig“ über den Anschlag auf Moïse zeigte sich der britische Premierminister Boris Johnson. „Dies ist ein abscheulicher Akt und ich rufe in dieser Zeit zur Ruhe auf“, schrieb er im Online-Dienst Twitter.

Erstmeldung vom 07. Juli 2021, 13 Uhr:

Haiti – Haitis Präsident Jovenel Moïse ist nach Regierungsangaben erschossen worden. Moïse sei am Mittwochmorgen in seinem Haus von einem Mordkommando getötet worden, teilte der scheidende Regierungschef Claude Joseph am Mittwoch mit. Auch die Frau des Präsidenten wurde bei dem Angriff demnach verletzt. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Joseph erklärte, er habe nun die Verantwortung für die Führung des Landes. „Der Präsident wurde in seinem Haus von Ausländern ermordet, die Englisch und Spanisch sprachen“, sagte er. Joseph rief die Bevölkerung zur Ruhe auf und kündigte an, Polizei und Armee würden für die Einhaltung der öffentlichen Ordnung sorgen.

Haiti: Präsident Moïse von Unbekannten erschossen – Ehefrau verletzt

Der 53-jährige frühere Geschäftsmann Moïse war 2016 zum Präsidenten gewählt worden und hatte das Amt im Februar 2017 angetreten. Vor seinem Tod hatte er Haiti per Dekret regiert, nachdem eine Parlamentswahl unter anderem wegen Protesten gegen ihn verschoben worden war.

Moïse hatte den Regierungschef des Landes innerhalb von vier Jahren sieben Mal ausgewechselt. Am Montag gab er die Ernennung des neuen Regierungschefs Ariel Henry bekannt, der Claude Joseph nach nur drei Monaten im Amt ablösen sollte.

Haiti ist das ärmste Land auf dem amerikanischen Kontinent. Insbesondere Entführungen und Lösegeldforderungen krimineller Banden sorgen in dem Karibikstaat für große Verunsicherung in der Bevölkerung.(AFP/aka) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Dieu Nalio Chery/dpa

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