Erneut kam es entlang der Gaza-Grenze zu Demonstrationen. Foto: Wissam Nassar
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Erneut kam es entlang der Gaza-Grenze zu Demonstrationen. Foto: Wissam Nassar
Der Konflikt zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas ist gefährlich eskaliert. Foto: Dawoud Abo Alkas, APA/Zuma
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Der Konflikt zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas ist gefährlich eskaliert. Foto: Dawoud Abo Alkas, APA/Zuma
Palästinenser demonstrieren bei Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten an der Grenze zu Israel. Foto: Wissam Nassar
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Palästinenser demonstrieren bei Auseinandersetzungen mit israelischen Soldaten an der Grenze zu Israel. Foto: Wissam Nassar
Palästinensische Demonstranten verbrennen Reifen und versuchen den Grenzzaun zu Israel zu beschädigen. Foto: Khaled Omar/XinHua
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Palästinensische Demonstranten verbrennen Reifen und versuchen den Grenzzaun zu Israel zu beschädigen. Foto: Khaled Omar/XinHua
Ein palästinensischer Demonstrant mit einer Steinschleuder. Foto: Wissam Nassar/XinHua
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Ein palästinensischer Demonstrant mit einer Steinschleuder. Foto: Wissam Nassar/XinHua

Nahost-Konflikt

Hamas ruft Gaza-Waffenruhe mit Israel aus

Erstmals seit Beginn der Gaza-Proteste wird ein israelischer Soldat getötet. Israels Luftwaffe bombardiert daraufhin massiv im Gazastreifen, die Hamas erklärt eine Feuerpause. Doch kurz darauf knallt es erneut.

Gaza/Tel Aviv (dpa) - Nach einer neuen gefährlichen Eskalation der Gewalt hat die im Gazastreifen herrschende Hamas eine Feuerpause verkündet.

Israels Luftwaffe hatte Freitagabend rund 60 Ziele in dem Küstenstreifen bombardiert, nachdem militante Palästinenser an der Gaza-Grenze einen israelischen Kampfsoldaten erschossen hatten. Die Eskalation nährte die Sorge, es handele sich um den Beginn des vierten Gaza-Kriegs binnen eines Jahrzehnts. Hamas-Sprecher Fausi Barhum teilte jedoch in der Nacht mit, mit Hilfe Ägyptens und der UN sei eine Waffenruhe zwischen beiden Seiten vereinbart worden.

Am Samstag kam es jedoch zu einem neuen Zwischenfall. Eine Gruppe Palästinenser durchbrach den Grenzzaun nach Israel und die Armee beschoss daraufhin erneut einen Militärposten der Hamas. Die Gruppe sei wenig später in den Gazastreifen zurückgekehrt, teilte die Armee mit.

Am Samstagmorgen hatte eine israelische Armeesprecherin in Tel Aviv mitgeteilt, es habe in der Nacht von beiden Seiten keine Angriffe mehr gegeben.

Der Soldat ist der erste Israeli, der seit Beginn der Proteste im Gazastreifen Ende März getötet wurde. Nach Medienberichten feuerten militante Palästinenser am Freitag erneut mehrere Raketen und Mörsergranaten auf israelisches Gebiet. Augenzeugen berichteten auch über brennende Drachen, die als Brandherd über den Grenzzaun geschickt wurden.

Israelische Kampfjets und Panzer beschossen Ziele im gesamten Gebiet des Küstenstreifens. Im Süden seien mindestens vier Palästinenser getötet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Gaza mit. Nach Angaben des militärischen Arms der Hamas waren drei der Getöteten Mitglieder der Organisation.

Der UN-Nahostgesandte Nickolaj Mladenow, der sich gemeinsam mit Ägypten intensiv um eine Beruhigung der Lage bemüht hatte, schrieb in einem dramatischen Appell auf Twitter: "Alle in Gaza müssen einen Schritt zurück vom Abgrund gehen. Nicht nächste Woche. Nicht morgen. Jetzt sofort!" Bereits eine vor einer Woche vereinbarte Waffenruhe war nur von kurzer Dauer.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu beraumte Freitagabend eine Dringlichkeitssitzung in Tel Aviv mit der Militärführung über das weitere Vorgehen an. Verteidigungsminister Avigdor Lieberman hatte zuvor gesagt, die Hamas dränge Israel mit aller Macht zu einer "breiten und schmerzhaften Militäroffensive".

Im Sommer 2014 hatten sich Israel und die Hamas 50 Tage lang Kämpfe geliefert. 2250 Palästinenser wurden getötet oder starben später an ihren Verletzungen, auf der israelischen Seite gab es 74 Tote.

Seit Ende März wurden bei teilweise gewaltsamen Protesten nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza 147 Palästinenser von israelischen Soldaten getötet und Tausende verletzt.

Die Palästinenser fordern ein Ende der vor mehr als zehn Jahren verhängten Gaza-Blockade und ein Rückkehrrecht in das israelische Staatsgebiet. Sie beziehen sich dabei auf Flucht und Vertreibung Hunderttausender im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948.

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