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Nach der Messerattacke in Hamburg-Barmek waren sieben Personen verletzt und eine Person getötet worden.

Überall abgelehnt

Neue Enthüllungen zum Hamburg-Attentäter

Der  Messerangreifer von Hamburg hat im März 2015 vergeblich Asyl beantragt. Nun liegen weitere Details, auch über seine Fluchtgründe vor. 

Hamburg - Der Messerangreifer von Hamburg hat einem Medienbericht zufolge seine Flucht nach Europa mit Problemen mit der im Gazastreifen regierenden radikal-islamischen Hamas-Bewegung begründet. Dies berichteten am Freitagabend die „Nürnberger Nachrichten“.

Protokoll der BAMF-Anhörung

Die Zeitung berief sich auf ein ihr vorliegendes Protokoll der Anhörung des Palästinensers im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Dort gab der 26-Jährige demnach an, er sei der rivalisierenden Fatah nahegestanden, als der Konflikt zwischen den beiden Palästinenser-Organisationen ausbrach. Er habe Gaza 2008 verlassen, weil er „Probleme mit der Hamas“ gehabt habe. Er sei immer wieder von der Hamas vorgeladen worden. Da habe er Angst bekommen, doch „im eigentlichen Sinne passiert ist mir nichts“.

Der Mann kam im März 2015 nach Deutschland. Dem der Zeitung vorliegenden Protokoll zufolge stellte er zuvor Asylanträge in Norwegen, Spanien und Schweden, überall wurden sie abgelehnt. 

„Ich möchte noch hinzufügen, dass ich seit sechs Jahren immer wieder warte, hin- und herreise und nicht zur Ruhe komme“, heißt es demnach in dem Protokoll. Er wolle sich niederlassen, „meinen Plänen für mein Leben folgen“.

Der 26-Jährige hatte vor einer Woche am 28. Juli in einem Hamburger Supermarkt unvermittelt auf Umstehende eingestochen und einen Mann getötet sowie mehrere Menschen verletzt. 

Behördenpanne verhinderte Abschiebung von Hamburg-Attentäter

Er sollte 2015 nach Norwegen zurückgeschickt werden. Dies scheiterte daran, dass das BAMF damals die Frist für das Wiederaufnahmeersuchen an Norwegen um einen Tag verpasste. 

Den Landesbehörden war der Mann als Islamist bekannt, wurde aber als nicht unmittelbar gefährlich eingestuft. Auch gibt es Hinweise, dass er psychisch labil war.

Drogenspuren bei Hamburger Messerstecher

Ermittler haben nach „Spiegel“-Informationen Spuren von Cannabis im Blut des mutmaßlichen Islamisten festgestellt.

Das schreibt das Nachrichtenmagazin in seiner am Samstag erscheinenden Ausgabe. Die Polizei äußerte sich dazu am Freitag nicht. Die Ermittlungen zum Fall des 26-jährigen Palästinensers leitet die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe. Auch über weit mehr Hinweise auf eine Radikalisierung des Mannes berichtet der „Spiegel“ - der Hamburger Verfassungsschutz wollte das nicht kommentieren. 

„Der Terror wird auch hierherkommen.“

Nach Informationen des „Spiegel“ sprach der Hamburger Verfassungsschutz im September 2016 mit einem Hinweisgeber aus dem Umfeld des Tatverdächtigen. Dieser habe berichtet, der 26-Jährige habe ihn gefragt, wie man am besten nach Syrien komme. Nach dem Gespräch ließ die Behörde bei der Bundespolizei den Palästinenser zur Grenzfahndung ausschreiben. Kurz darauf erreichte dem Bericht zufolge die Sicherheitsbehörden ein weiterer Hinweis einer Mitarbeiterin des Flüchtlingscafés, in dem er sich häufiger aufgehalten hatte. Er sei in einem langen Gewand aufgetaucht und soll gedroht haben: „Der Terror wird auch hierherkommen.“

Nach Informationen des „Spiegel“ versuchte das Hamburger Landeskriminalamt zwischenzeitlich, den in den Vereinigten Arabischen Emiraten geborenen Mann als Informanten anzuwerben. Der Versuch soll jedoch gescheitert sein. 

Das sagen ehemalige Freunde über den Messerstecher 

Nach Angaben ehemaliger Freunde soll der 26-Jährige sehr unstet gewesen sein. Mal habe er sich tagelang zurückgezogen und andere Muslime beschimpft, sie würden die Regeln des Islam nicht befolgen. Dann habe er wieder Alkohol getrunken und gekifft.

dpa

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