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Die Fahne der Freien und Hansestadt Hamburg vor der Kulisse des Hafens. Hamburg ist nach Berlin die zweitgrößte Stadt des Landes.

Die kleinen Parteien entscheiden

Wahlen in Hamburg: Zunächst geringe Beteiligung

Hamburg - Bei der Hamburger Bürgerschaftswahl will die SPD mit Bürgermeister Scholz an der Spitze ihre absolute Mehrheit verteidigen. Mit Spannung wird das Abschneiden von FDP und AfD erwartet.

Bei der Bürgerschaftswahl in Hamburg zeichnet sich eine deutlich schwächere Wahlbeteiligung ab als vor vier Jahren. Um 17.00 Uhr lag die Wahlbeteiligung bei 52,3 Prozent, teilte am Sonntag das Landeswahlamt mit. Das waren 6,2 Prozentpunkte weniger als bei der Wahl 2011. Bei der Bürgerschaftswahl 2011 war die Beteiligung mit 57,3 Prozent auf einen historischen Tiefstwert für Hamburg gefalle

Rund 1,3 Millionen Bürger waren aufgerufen, über die Zusammensetzung des Landesparlaments für die kommenden fünf Jahre und über die Landesregierung entscheiden. Erstmals durften auch 16- und 17-Jährige mitwählen.

Meinungsforscher rechneten mit einem klaren Sieg der SPD in der Hansestadt. Unklar war allerdings, ob die Sozialdemokraten ihre 2011 errungene absolute Mehrheit verteidigen können. Ihr Spitzenkandidat, Bürgermeister Olaf Scholz, sagte nach der Stimmabgabe in seinem Stadtteil Altona-Altstadt: „Es kann sich jeder vorstellen, was ich gewählt habe. Ich habe einfach nur die Kreuze bei der SPD gemacht.“ Sollte er die absolute Mehrheit verpassen, will Scholz eine Koalition mit den Grünen bilden.

Der CDU mit ihrem Spitzenkandidaten Dietrich Wersich sagten die Meinungsforscher eine herbe Niederlage vorher. Nach dem historischen Tief mit 21,9 Prozent bei der Wahl 2011 drohte der Partei erneut ein Debakel, sie lag in Umfragen zuletzt nur noch bei 17 Prozent. „Sechs Wochen Straßenwahlkampf - das ist schon eine Freude, wenn das vorbei ist“, sagte Wersich in seinem Wahllokal im Stadtteil Alsterdorf.

Mit Spannung wurde erwartet, ob die FDP mit ihrer Spitzenkandidatin Katja Suding in der Bürgerschaft bleiben und ob die AfD mit ihrem Spitzenmann Jörn Kruse erstmals in ein westdeutsches Landesparlament einziehen würde. Beide Parteien lagen in Umfragen bei fünf bis sechs Prozent. Suding zeigte sich vor ihrem Wahllokal in Groß Flottbek optimistisch: „Wir wollen unser Ergebnis verbessern und die Alleinregierung von Olaf Scholz beenden.“

Wegen des Wahlrechts mit seinen zahlreichen Kombinationsmöglichkeiten - die Bürger hatten zehn Stimmen - sollte am Sonntagabend in einem vereinfachten Verfahren nur die Sitzverteilung ermittelt werden. Welche Kandidaten als Abgeordnete ins Parlament einziehen, wird erst an diesem Montag ausgezählt.

Bei der Wahl 2011 war die SPD auf 48,4 Prozent gekommen, die CDU auf 21,9, die Grünen auf 11,2, die Linke auf 6,4 und die FDP auf 6,7 Prozent. Die 121 Sitze in der Bürgerschaft verteilten sich so: SPD (62), CDU (28), Grüne (14), FDP (9) und Linke (8).

dpa

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