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Der frühere Bürgermeister von Hamburg, Henning Voscherau, ist gestorben. Foto: Gero Breloer/Archiv

Hamburgs Altbürgermeister Voscherau tot

Fast zehn Jahre lenkte Henning Voscherau als Bürgermeister die Geschicke Hamburgs. Auch bundespolitisch war er immer wieder aktiv. Nun starb er an den Folgen eines Tumors. Vielen Hamburger bleibt er vor allem als Vater eines ganzen Stadtteils in Erinnerung.

Hamburg (dpa) - Der ehemalige Hamburger Bürgermeister Henning Voscherau ist wenige Tage nach seinem 75. Geburtstag gestorben. Er erlag den Folgen eines Hirntumors, wie der Hamburger Senat mitteilte. Er sei zu Hause in Hamburg im Kreise seiner Familie gestorben. Zuerst hatte die "Welt" darüber berichtet.

Voscherau war von 1988 bis 1997 Hamburger Bürgermeister. Er war damals auf seinen Parteifreund Klaus von Dohnanyi gefolgt. Als Bürgermeister setzte er sich für den Bau der Hamburger Hafencity ein, eines der größten europäischen innerstädtischen Entwicklungsprojekte.

Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel würdigte Voscherau als "besonnenen Streiter für sozialen Ausgleich". Mit ihm verliere Hamburg einen ehemaligen Bürgermeister, der für seine Stadt gelebt habe.

Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) erklärte, Voscherau habe die Stadt nach innen verbunden und nach außen glänzend vertreten. "Er war ein ernsthafter Stadtmanager und sorgender Landesvater, Wertkonservativer und Sozialdemokrat, charmanter Gastgeber und ideenreicher, geschliffen formulierender Intellektueller."

Hamburg habe ihm die städtebaulich bahnbrechende Vision der Hafencity zu verdanken, die er selbst entwickelt und auf den Weg gebracht habe, sagte Scholz. "Auf bundespolitischer Ebene war ihm die Stärkung des Föderalismus ein Herzensanliegen, mit dem er als Bundesratspräsident in der herausfordernden Zeit des neu zusammenwachsenden Deutschlands theoretisch wie praktisch Zeichen setzen konnte."

Voscherau wurde am 13. August 1941 in Hamburg als Sohn eines Schauspielers geboren. Er studierte Jura, wurde Notar und trat 1966 der SPD bei. 1974 wurde Voscherau erstmals in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt. Er galt als enger Freund des im November 2015 gestorbenen Altkanzlers Helmut Schmidt (SPD) und dessen 2010 gestorbener Frau Loki.

Bundespolitisch war Voscherau zuletzt vor wenigen Jahren in Erscheinung getreten. Er übernahm im Dezember 2014 den Vorsitz der neuen Mindestlohnkommission. Wegen einer schweren Operation am Kopf musste Voscherau den Kommissionsvorsitz jedoch bereits im April 2015 wieder abgeben.

Die Hamburger FDP-Vorsitzende Katja Suding, deren Partei eine zeitlang unter Voscherau mitregiert hatte, erklärte: "Der Tod von Henning Voscherau stimmt uns tieftraurig. Wir Freien Demokraten und ich persönlich trauern um eine herausragende Hamburger Persönlichkeit und einen einzigartigen Menschen."

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