+
Unbekannte werfen eine Handgranate auf das Gelände einer Flüchtlingsunterkunft. Sie explodiert nicht, trotzdem hat die Gewalt gegen Zuwanderer damit eine neue Dimension erreicht. Foto: Patrick Seeger

Handgranate geworfen

Anschlag auf Flüchtlingsheim: Polizei sucht Täter

Villingen-Schwenningen - Nach dem Handgranaten-Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft im Schwarzwald sucht die Polizei mit einer Sonderkommission nach den Tätern.

Immer noch unklar ist, ob die jugoslawische Granate vom Typ M52, eine Kriegswaffe, wirklich scharf war und wen sie treffen sollte. Unbekannte hatten sie in der Nacht zu Freitag über den Zaun auf das Gelände der Unterkunft in Villingen-Schwenningen geworfen, sie explodierte aber nicht. Für Samstagmittag ist in der Stadt eine Kundgebung gegen Fremdenfeindlichkeit geplant.

Die Polizei schließt weder einen ausländerfeindlichen Anschlag aus, noch eine Attacke auf die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes. "Es könnte sowohl gegen Flüchtlinge als auch gegen den Wachdienst gewesen sein", sagte ein Polizeisprecher. "Das Motiv wissen wir noch nicht." Die Granate war direkt neben einem Container gelandet, in der sich Mitarbeiter des Wachdienstes aufhielten. Experten sprengten sie später.

Der Splint der Handgranate sei bislang nicht gefunden worden, teilten die Ermittler am Freitagabend mit. Fest steht laut Polizei und Staatsanwaltschaft, dass die Granate mit Sprengstoff gefüllt war. "Ob ein Zünder verbaut war, ist bisher nicht bekannt. Das ist die entscheidende Weichenstellung", hatte der Leiter der Staatsanwaltschaft Konstanz, Johannes-Georg Roth, gesagt. Einen konkreten Verdacht oder eine Spur zu den Tätern hatten die Ermittler zunächst nicht. Befragungen in der Nachbarschaft hätten aber den einen oder anderen Hinweis dazu erbracht, hieß es.

Der Angriff ist laut Bundeskriminalamt bundesweit der erste Fall, bei dem Sprengstoff zum Einsatz kam. Politiker sprachen bundesweit von einer neuen Dimension der Gewalt.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Emirate warnen Merkel vor radikalen Predigern
Die Emirate beobachten mit Interesse, was Deutschland unternimmt, um Flüchtlinge zu integrieren. In den VAE leben Menschen aus 200 Nationen. Die meisten von ihnen haben …
Emirate warnen Merkel vor radikalen Predigern
Demos, Feste und ein Hoffen auf wenig Randale
Berlin (dpa) - 30 Jahre nach den ersten heftigen Krawallen am 1. Mai in Berlin wird im Stadtteil Kreuzberg auch an diesem Montag demonstriert. Am Vormittag starten die …
Demos, Feste und ein Hoffen auf wenig Randale
Paris: Kundgebungen stehen im Zeichen des Wahlkampfs
Paris (dpa) - Die französischen Präsidentschaftskandidaten nutzen den Tag der Arbeit für große Kundgebungen. Die Rechtspopulistin Marine Le Pen tritt um 12.00 Uhr in …
Paris: Kundgebungen stehen im Zeichen des Wahlkampfs
Merkel sieht Fortschritte mit Riad - Menschenrechte „dickes Brett“
Dschidda - Saudi-Arabien bietet riesige Chancen für die deutsche Wirtschaft und ist für die Lösung vieler Krisen ein wichtiger Partner. Doch Angela Merkel macht bei …
Merkel sieht Fortschritte mit Riad - Menschenrechte „dickes Brett“

Kommentare