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Mit ihrer Ablehnung einer Doppelspitze stellt sich NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft gegen Parteichef Sigmar Gabriel.

Vor dem Start des Bundesparteitags

Kraft spricht sich gegen Doppelspitzen bei der SPD aus

Düsseldorf - Doppelspitzen würden die "Parteiarbeit eher erschweren als beleben", kritisiert Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und rät der SPD von einer solchen Lösung ab.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) hat sich gegen Doppelspitzen in Führungspositionen ihrer Partei ausgesprochen. "Wir sehen die Gefahr eines schleichenden Automatismus hin zu Doppelspitzen in allen Gremien", sagte Kraft der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (WAZ) vor dem SPD-Bundesparteitag in Berlin. "Das würde unsere Parteiarbeit eher erschweren als beleben." Kraft stellte sich damit gegen einen Vorstoß der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF), die auf dem Parteitag einen entsprechenden Antrag stellen will. Kraft betonte, sie könne gleichwohl das Anliegen im Grundsatz verstehen.

Gabriel will ein Führungsduo

Zuvor hatte sich Parteichef Sigmar Gabriel für ein SPD-Führungsduo aus Mann und Frau ausgesprochen. Gabriels Stellvertreterin, Familienministerin Manuela Schwesig, unterstützt den Antrag der ASF und begründete dies unter anderem mit der Entlastung, die eine geteilte Parteiführung auch in den SPD-Ortsvereinen bringe. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) lehnt dagegen die Einführung einer Doppelspitze ab.

Bundesparteitag startet am Vormittag

Die SPD kommt am Donnerstagvormittag in Berlin zu ihrem ersten Bundesparteitag seit Eintritt in die Große Koalition vor zwei Jahren zusammen. Am ersten Tag des dreitägigen Treffens stehen Debatten und Beschlussfassungen zur Außen-, Familien- und Flüchtlingspolitik auf dem Programm. Es wird eine lebhafte Diskussion insbesondere zum Syrien-Einsatz der Bundeswehr erwartet. Die Hauptrede von Parteichef Gabriel ist erst für Freitag geplant. Danach wird die Führungsspitze der Partei neu gewählt, bei der sich Gabriel zur Wiederwahl stellt.

Trotz der aktuell schwachen Umfragewerte sprach sich Kraft für eine Kanzlerkandidatur von Gabriel 2017 aus. Der Parteichef habe "immer das erste Zugriffsrecht". Von daher sei die Sachlage in der SPD völlig klar.

AFP

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