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Hans Söllner sieht sich als ewigen Rebell

Rundumschlag gegen CSU, AfD und FPÖ

Hans Söllner rechnet mit Politikern ab - und spricht über Flüchtlinge

Der Liedermacher Hans Söllner teilt wieder aus: Erneut bekommen Rechtspopulisten und Konservative von ihm eine Breitseite. Aber der Frust hinterlässt auch bei ihm Spuren, wie ein Interview jetzt zeigt. 

München - Nicht nur als Musiker, sondern auch als scharfer Kritiker der CSU hat sich Hans Söllner einen Namen gemacht. Dabei hat er auch immer wieder die Grenzen dessen, was Justiz und er selbst für sagbar gehalten haben, ausgetestet. Dabei habe er aber noch „viel nicht gesagt, weil ich es mir nicht leisten konnte“, sagt Söllner.

Wie er in einem Interview mit dem „Roten Stuhl“, einem YouTube-Kanal mit Interviews des Musikers Bernhard Egger, sagte, habe ihn das vor allem finanziell getroffen. „Wenn nur der Stoiber oder sonst wer nicht mehr mit mir reden, dann hat das ja keine Auswirkungen auf mich“, sagte er. Die angesammelten Strafen hätten ihn aber unter Druck gesetzt - genauso wie die wiederholten Hausdurchsuchungen, die die Polizei bei ihm durchgeführt habe.

Auch das habe er persönlich verarbeiten können, seine Familie habe es aber belastet - und auch sein weiteres Umfeld: „Meine Nachbarn haben irgendwann auch gesagt: ‚Das gibt es doch gar nicht, dass bei dir nichts ist!‘“, erzählt Söllner. „Da habe ich gesagt: ‚Doch, das gibt‘s!‘“

Söllner: AfD und Strache „nur ein Symptom“

Gegen die Politik kachelte Söllner erneut. So sagte er über Politiker, „sie reden und reden und reden nur“. Die AfD oder der Erfolg des österreichischen Rechtspopulisten Hans-Christian Strache (FPÖ) nennt Söllner nur ein „Symptom für die Krankheit, die seit 40 Jahren passiert“, und zwar „weil sich die Politiker definitiv nicht ums Volk kümmern, sondern nur um ihren fetten Arsch, ihren Ranzen und ihre Partys, die sie feiern.“

Flüchtlinge seien von der Politik als Sündenböcke missbraucht worden: „Ich frage jeden Abend die Leute, und alle sind still: Was haben sie euch genommen? Was haben euch die drei Millionen oder 1,2 Millionen Flüchtlinge genommen?“ Dann fügt er ernüchtert an: „Keiner kann mir sagen, was sie uns genommen haben.“ Söllner frustriert das zunehmend: „Ich hab keinen Bock mehr, weil ich weiß, dass sie es nicht verstehen“. 

Söllner über die Gesellschaft: „Rassismus, der derzeit stattfindet“

Das hält ihn aber nicht davon ab, sich weiter Sorgen zu machen und die Probleme, die er sieht, klar anzusprechen: „Ich merk, dass das nicht gesund ist, was da gerade passiert.“ Damit meint er den „Rassismus, der zurzeit stattfindet“. 

Auch für die Entwicklungspolitik hat Söllner kein Verständnis - und fordert mehr Verantwortung ein: „Irgendwann muss ich dann doch einmal erkennen, dass ich mit dran Schuld bin, dass Krieg ist auf der Welt - und dass ich nichts dagegen getan hab als Politiker“, sagt Söllner. Politiker sollten „sich fragen, ob wir nicht fairerweise sie an unserem Reichtum teilhaben lassen.“ Damit auch in Deutschland jeder daran teilhaben könnte, plädiert Söllner für ein bedingungsloses Grundeinkommen.

Für seine Positionen erhält Söllner zugleich viel Gegenwind. Vor allem über Facebook erlebt er viele Beleidigungen, die er der Anonymität dort zuschreibt. Fake-Profile erkennt er sofort, aber über deren Beleidigungen kann er nur schmunzeln: „Dann freu ich mich, dass er jetzt befriedigt zuhause sitzt und seine Wut nicht an seiner Frau raus lässt.“

Söllner fühlt sich nicht verstanden

Trotz aller Angriffe macht Söllner klar:„Ich bin absolut gegen körperliche Gewalt.“ Das habe er auch oft versucht, der Politik zu zeigen: „Ich wollte immer zeigen, es könnte blöder sein. Mein Einfluss kann auch gefährlich sein für euch.“ Aber damit blieb Söllner erfolglos: „Das haben sie zum Glück nicht kapiert, sonst hätten sie mich ewig weggesperrt.“

chp

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