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Nach ihrem Tränenausbruch vor Angela Merkel kannte sie jeder. Für die 17-jährige Reem ging die Geschichte gut aus.

Sie darf bleiben!

Happy End für Flüchtlingsmädchen Reem 

Rostock - Ihr Tränenausbruch bei einer Diskussion mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) rührte im Juli weltweit die Menschen. Nun kann das Palästinensermädchen Reem aufatmen.

Wie die Stadtverwaltung am Freitag auf dpa-Anfrage mitteilte, hat die mittlerweile 17-jährige Reem inzwischen eine unbegrenzte Aufenthaltserlaubnis erhalten. Weiter hieß es, dass mit dieser Regelung auch ihre Eltern geschützt seien. 

Durch die Niederlassungserlaubnis kann Reem außerdem auch auf eine spätere Einbürgerung hoffen. Die vorläufige Aufenthaltserlaubnis des fließend deutsch sprechenden Mädchens, war im Oktober ausgelaufen.

Treffen mit Merkel sorgte für Aufsehen

Die Kanzlerin und Reem waren im Juli 2015 beim Bürgerdialog „Gut leben in Deutschland“ in der Rostocker Paul-Friedrich-Scheel-Schule aufeinandergetroffen. Dabei hatte die teilweise gelähmte Reem, die seit vier Jahren in Rostock lebt, von ihrem Schicksal und dem ihrer Familie berichtet. „Es ist wirklich sehr unangenehm, zuzusehen wie andere das Leben genießen können und man es selber halt nicht mitgenießen kann“, hatte sie in bestem Deutsch gesagt. „Ich weiß nicht, wie meine Zukunft aussieht.“

Merkels hatte in ihrer Antwort auf die Gesetzeslage und die vielen Zehntausend Flüchtlinge verwiesen, die nach Europa kommen wollen. „Und wenn wir jetzt sagen: Ihr könnt alle kommen und Ihr könnt alle aus Afrika kommen (...) Das können wir auch nicht schaffen.“ Mitten in der Antwort war Reem in Tränen ausgebrochen. Merkel war mit den Worten „Ooch komm, das hast du doch prima gemacht“ zu ihr gegangen und hatte ihr die Wange gestreichelt.

Über die Geste und das Schicksal Reems war unter dem Hashtag #merkelstreichelt im Internet heftig diskutiert worden. Die Kanzlerin wurde teils als hartherzige oder abgezockte Frau beschimpft. Viele andere jedoch zeigten auch Verständnis für Merkel, da sie es vermieden habe, sich persönlich einzuschalten und so für Reem einen Präzedenzfall zu schaffen.

Merkel verteidigte sich damals auch gegen die Kritik: „Ich glaube (...), dass es wichtig ist, wenn eine Bundeskanzlerin mit Menschen diskutiert, wo sie die Sachlage nicht ganz genau kennt, dass ich da nicht sage: Weil Du gerade die Bundeskanzlerin getroffen hast, ist aber Dein Schicksal schneller zu lösen als das von vielen, vielen anderen“, sagte Merkel. „Trotzdem möchte man ein weinendes Mädchen trösten. Aber ich kann dadurch nicht die Rechtslage verändern.“

dpa

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