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Grünen-Chef Robert Habeck platzte beim Talk zum Thema Plastik der Kragen.

ARD-Talkshow am Montagabend

„Hart aber fair“-Gast provoziert Grünen-Chef - bis dem der Kragen platzt

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Der neue Grünen-Chef Robert Habeck lässt sich von einem Lobbyisten provozieren. Es ist der Gipfel einer emotionalen Debatte bei Frank Plasbergs Sendung „Hart aber fair“.

München - Beim Baden im Meer, beim Fischessen oder beim Nachmittag am Strand: Beinahe jeder von uns dürfte mit der zunehmenden Verschmutzung der Weltmeere bereits in Berührung gekommen sein. „Hart aber fair“ sendete am Montagabend eine Diskussion zu diesem Dauerbrenner: „Ein Ozean voll Plastik – ertrinken die Meere in unserem Müll?“, wollte Moderator Frank Plasberg wissen.

Dazu lud das Erste Grünen-Chef Robert Habeck, Meeresschützerin und CDU-Politikerin Heike Vesper, Wissenschaftler Dirk Steffens, Rüdiger Baunemann, Geschäftsführer von PlasticsEurope Deutschland, Professor und Handelsexperte Thomas Roeb sowie die Journalistin Kerstin Mommsen. 

150.000.000.000 Kilogramm Plastik sollen in den Meeren schwimmen. Das Material verletzt oder tötet Tiere und kann über die Nahrungsaufnahme auch in den menschlichen Körper gelangen. Im Talk ging es darum, ob wir wirklich Plastikverpackungen und Tüten bei jedem Einkauf brauchen und wer anfangen müsste, damit sich etwas ändert: der Mensch, die Industrie oder die Politik in Form von Gesetzen und Vorschriften.

„Hart aber fair“: Eine Journalistin und ihre Familie sind nun Vorbilder

Journalistin Mommsen macht nach eigenen Angaben im Alltag das richtige Verhalten vor: Sie verzichtet mit ihrer Familie auf Plastik. So benötige sie nicht mehr wie früher sechs gelbe Müllsäcke pro Monat, sondern habe die Müllmenge beinahe halbiert. Beim Metzger stellt Mommsen etwa die Tupperdose auf die Theke. Ihr Traum: Nur noch ein bis zwei Säcke Müll im Monat produzieren.

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Baunemann, als Vertreter der Plastikindustrie, findet das löblich. „Das ist das, was ich mir von einem mündigen Verbraucher erhoffe“, sagt er. Habeck geht das gegen den Strich: „Sie machen einfach weiter wie bisher, produzieren immer mehr unrecyclebares Plastik und die Verbraucher sollen dagegen anarbeiten, weil sie moralisch gefestigt sind? Das ist doch naiv.“

Habeck lässt sich vom Plastik-Lobbyisten provozieren

Baunemann setzt daraufhin zum Konter gegen den neuen Grünen-Chef an: „Als ich auf Ihrem Parteitag in Hannover war, gab es Einweg-Kaffeebecher!“ schmunzelt er. „Und sie versuchen jetzt den Zeigefinger zu heben“, fügt er an. Habeck reagiert darauf nur kurz: „Kann ja sein“, sagt er. Man merkt: Der Plastik-Lobbyist hat beim Chef der Öko-Partei einen empfindlichen Nerv getroffen.

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Habeck lässt sich provozieren und schimpft: „Wir sind als Konsumenten der Werbung ausgesetzt. Wir sind gestresst, wir sind geizig, wir sind verführbar. Da als Industrie zu sagen, alle Menschen seien frei und nicht manipulierbar, das stinkt doch zum Himmel. Sie sagen: Menschen müssen besser werden, nur dann lösen wir alle Probleme. Ich sage: Politik muss besser werden!“

„Jemand muss dieses Scheißproblem lösen!“

Den Vorwurf, mit aller Gewalt Gesetze machen zu wollen kontert der Grüne: „Wir brauchen nicht bessere Menschen, wir brauchen bessere Politik.“ Dafür gibt es Applaus. Doch Habeck kann das nicht beruhigen. In Rage sagt er: „Natürlich sehe ich einen Regelungsbedarf. Wir als Grüne müssen uns immer rechtfertigen, dass wir moralisch argumentieren. Jetzt argumentiere ich mal politisch und das ist auch nicht richtig? Und die politische Argumentation ist: Jemand muss dieses Scheißproblem lösen!“

Habecks Herangehungsweise wäre: Verbote, Plastiksteuern und bessere Aufklärung. Baunemann und Roeb halten gerade von den erstgenannten Alternativen wenig bis nichts.

Fazit: Eine oft hitzige und spannende Talkrunde. Wie die Meere nun vom Müll gerettet werden können, bleibt allerdings auch nach dieser Plasberg-Runde offen. Bleibt zu hoffen, dass Familie Mommsen viele Nachahmer findet.

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