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Frank Plasberg diskutierte mit seinen Gästen über den Klimawandel und die Folgen für die Landwirtschaft.

Klöckner hatte noch gestichelt

„Hart aber fair“: Darum fiel die Sendung aus

Freunde der Polit-Talkshow müssen vorerst ohne „Hart aber fair“ auskommen - was der Grund ist und wann es weitergeht:

Köln - Am vergangenen Montag war die ARD-Talkshow „Hart aber fair“ im Ersten zu sehen. Doch auf die Sendung müssen die Zuschauer vorerst verzichten. In der Vergangenheit war die Sendung schon einmal ausgefallen, was für verärgerte Zuschauer sorgte. Ein Zeichen, dass es sich um das Ende der beliebten Fernsehshow handelt, ist der talkfreie Montagabend aber nicht. „Hart aber fair“ hat sich mit der vergangenen Sendung in die Sommerpause verabschiedet. Die Sendung wird am 16. September wiederkommen. Über welches Thema dann diskutiert und wer dann bei Frank Plasberg zu Gast sein wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest.

Wer zur gewohnten Zeit um 21 Uhr Das Erste einschaltet, bekommt einen Spielfilm zu sehen. Denn montags läuft nun ab 20.15 Uhr die Reihe „Sommerkino im Ersten“. Den Anfang macht die französische Produktion „Plötzlich Papa“. Im Anschluss daran strahlt Das Erste ab 22.05 Uhr die Tagesthemen aus. Mit der darauffolgenden Dokumentation „Die Story im Ersten: Klimafluch und Klimaflucht“ greift das Programm den Faden der letzten „Hart aber Fair“-Folge auf. Auch darin ging es ums Klima.

Sandra Maischberger ist mit ihrer Sendung bereits seit einigen Wochen in der Sommerpause. Für die Zuschauer bedeutet das aber auch: Maischberger wird früher als Plasberg wieder zurück auf den Bildschirm kommen. Anne Will, die immer sonntags nach dem Tatort mit ihren Gästen talkt, wird im August wieder auf Sendung gehen.

„Hart aber Fair“: Zuschauer müssen sich gedulden

Dabei hatte die jüngste „Hart aber fair“-Ausgabe vom 15. Juli einige bemerkenswerte Dialoge ergeben: „Dürre Felder, brennende Wälder: ist das noch Wetter oder schon unsere Zukunft?“ lautete das Thema. Moderator Plasberg diskutierte mit der Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU), dem Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes Joachim Rukwied, dem Waldbesitzer Franz Prinz zu Salm-Salm, dem ARD-Wetterexperten Sven Plöger und dem Journalisten Franz Alt.

Der Hintergrund: Das Klima scheint extremer zu werden. Das ist jedenfalls die Beobachtung der vergangenen Jahre. 2018 erlebten wir einen sehr heißen Sommer, von dem sich die Natur offenbar noch nicht erholt hat. Die Wasserspeicher sind noch nicht wieder gefüllt und auch Pflanzen haben sich in den vergangenen zwölf Monaten nicht wieder erholen können. „Die Bäume sind seit dem Sommer 2018 so geschädigt, dass sie jetzt den Abgang machen. Der Unterschied zum Waldsterben früher ist, dass man damals drüber geredet hat. Jetzt redet keiner drüber“, erklärte zu Salm-Salm. Gegen Schädlinge helfe inzwischen nur noch der Einsatz von Chemikalien. 

„Hart aber Fair“: Disput zwischen Klöckner und Plasberg schaukelt sich hoch

Immerhin scheint die Situation für Landwirte wie Joachim Rukwied derzeit komfortabler zu sein. Nachdem der Mai vergleichsweise nass und kühl ausgefallen war, erwartete er „in diesem Jahr eine knappe Durchschnittsernte“. Das ist natürlich auch für die Bundesregierung ein gutes Zeichen. Denn im vergangenen Jahr wurden Landwirte mit erheblichen finanziellen Mitteln unterstützt, die aus dem Bundeshaushalt stammten, wie Bundesministerin Klöckner erklärte: „Da haben wir 340 Millionen Euro Steuergelder in die Hand genommen, um Betrieben zu helfen, die existenzbedrohlich betroffen waren“, sagte sie über den vergangenen Sommer und ergänzte: „Das wird nicht jedes Jahr möglich sein.“

Schließlich gab es noch einen Schlagabtausch zwischen Klöckner und Moderator Plasberg, als es um den Anteil der ökologischen Landwirtschaft ging. Klöckners Ziel lautet, diesen bis 2030 auf 20 Prozent zu steigern. „Jetzt kann ich sagen, 2030 haben wir 50 Prozent. Aber wer weiß, ob ich da noch Ministerin bin“, sagte sie, ohne zu ahnen, welche Aussage vom Moderator kommen würde: „Wer weiß, ob Sie Weihnachten noch Ministerin sind.“ Klöckner konterte: „Wer weiß, ob es Ihre Sendung dann noch gibt.“

Einen ausführlichen Bericht zur vergangenen Sendung haben wir an dieser Stelle für Sie zusammengefasst.

dg

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