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Am Montagabend ging es bei „Hart aber Fair“ schon wieder um US-Präsidenten Trump.

Schon wieder Trump

Hart aber Fair: „Dieser grässliche Präsident schafft es“

Am Montagabend war Trump Thema in der ARD-Sendung von Frank Plasberg „Hart aber Fair“. Der US-Präsident erntete keine guten Kritiken. Doch ein Gast verteidigte ihn. Und hatte gute Argumente.

Berlin - Seit nun mehr als einem Jahr ist Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten. Es ist schon eine Weile her, jedoch scheint das Interesse an seiner Person grenzenlos zu sein. Über seinen umstrittenen Stil wird schon seit Jahren berichtet und doch scheint er immer noch zum Aufreger zu taugen. 

„Vor wem haben die Deutschen mehr Angst?“

Das ließ sich auch gestern Abend in der ARD-Sendung „Hart aber Fair“ bestätigen. Thema der Diskussion war: „Mit dem Finger am Abzug: Wie zügellos ist Donald Trump?“. Als Aufhänger für die Sendung nutze Gastgeber Frank Plasberg eine Umfrage mit dem Thema „Wer macht den Deutschen mehr Angst, Trump oder Putin?“. Für diejenigen, die jetzt denken, sie hätten ein Déjà-​vu: Nein, keine Sorgen. Denn genau diese Frage gab es schon vor drei Wochen bei Sandra Maischberger (“Maischberger“). Nach dem Luftangriff von USA, Frankreich und Großbritannien vergangenen Samstag, hat sie aber jetzt eine völlig neue Bedeutung bekommen.

Laut einer Umfrage fürchten sich 53% der Deutschen vor Putin, 82% vor Trump. Plasberg will wissen, wie es nachzuvollziehen ist, dass die meisten Bürger mehr Angst vor einem Verbündeten haben.

Umstrittene Twitter-Diplomatie

Thomas Roth, ehemaliger ARD-Korrespondent in Moskau und New York ist der erste Gast, der sich dazu äußert und tut sich mit dieser Frage schwer. Er kritisiert allerdings diese neue Dimension der Twitter-Diplomatie: „Der Tweet ist unethisch, zynisch und ein Skandal für den Präsidenten einer Demokratie". Dabei bezieht er sich auf den umstrittenen Tweet, in dem Trump den Anschlag in Syrien angekündigt und Russland davor gewarnt hatte.

Ex-Nato General Hans-Lothar Domröse unterstützt zwar diese Meinung (“Ich würd´s nicht so machen“, über den Tweet von Trump), findet allerdings, dass der Einsatz in Syrien militärisch „sehr geschickt“ war. Außerdem zeigt er Besorgnis über die Unruhe in Deutschland, die den Einsatz verursacht hat: „Kein Mensch regt sich auf, dass Assad hundert Menschen umgebracht hat“. Viel mehr regen sich die Deutschen über den US-Präsidenten auf. Die Unberechenbarkeit Trumps sei aber nur eine politische Methode.

„Schrecklich“, aber „erfolgreich“

Historiker Michael Wolfssohn nimmt mit einer Kombination aus Furcht und Anerkennung an der Diskussion teil. Seiner Meinung nach sei Trump „schrecklich“, habe aber Erfolg: „Ich stelle mit Entsetzen fest, dass sich vorher in den verschiedensten Bereichen nichts bewegt hat. Dieser grässliche Präsident schafft es“, erklärt er und bezieht sich dabei auf die Chance für eine Verhandlung in Syrien, die erst nach dem Angriff entstanden sei.

„Trump gießt Feuer auf Benzin“

Die einzige Frau in der Runde ist die deutsch-amerikanische Journalistin der Deutschen Welle Melinda Crane. Zwar sieht sie auch Trump als eine Veränderung, allerdings keine, die „Gutes bringt“. Und fügt hinzu: „"Wir haben ein absolutes Misstrauen von vielen Amerikanern in die Politik und er gießt Benzin auf dieses Feuer“. Ihre Meinung nach unterminiere Trump das ganze außenpolitische System und den schon so fragilen Rechtsstaat, indem er seit einem Jahr unilateral arbeitet und die europäische Union hindert.

Etwas im Hintergrund äußert sich auch Jürgen Hardt, CDU-Außenpolitiker und letzter Gast, zu Trumps Unberechenbarkeit. “Gerade in unserer heutigen komplexen Welt vertraue ich auf Politiker, die im Zweifel lieber dreimal nachdenken, bevor sie eine Entscheidung treffen”, findet er. 

Man muss zwischen Sache und Person unterscheiden

Zum Schluss fordert Wolfssohn eine Unterscheidung zwischen der Sache und der Person, denn in viele Sachen habe Trump trotz seines umstrittenen Stils positive Bewegungen gebracht.

Lesen Sie auch: Syrien-Krieg: USA fordern Unterstützung durch arabische Truppen in Syrien.

fm

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