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Edmund Stoiber führt bei „Hart aber Fair“ Kanzlerin Merkels Fehler vom September 2015 an.

Harsche Kritik an Kanzlerin bei „Hart aber Fair“

Stoiber zu Köln: „Haben uns die Probleme ins Land geholt“

München - Nach Helden und Schurken wollte Frank Plasberg bei „Hart aber Fair“ das Jahr 2016 einteilen. Eine Sendung, die kaum Überraschungen parat hält, außer viel Sonderlob des Moderators an Edmund Stoiber.

Silvesternacht in Köln, Angela Merkel und Horst Seehofer als Protagonisten in der Flüchtlingsproblematik, die blutige Spur des Terrors bis nach Deutschland, der Siegeszug der Populisten, Brexit und schließlich noch der Trumpsieg: „Das Schockjahr 2016 – nur Schurken, kaum Helden?“ nannte Frank Plasberg deshalb seine Sendung „Hart aber Fair“ am Montagabend.

Plasberg lädt sich dazu Edmund Stoiber (75, CSU), Alice Schwarzer (73), Kabarettist Serdar Somuncu (47), Leni Breymaier (56, SPD) und Rolf-Dieter Krause (65), ARD-Korrespondent aus Brüssel ein.

“Hart aber Fair“: Stoiber wusste es schon lange

Eigentlich müsste Stoiber am Montagabend gar nichts sagen, denn Plasberg spricht für ihn: „Fast alles, was 2016 eingetreten ist, haben Sie vor einem Jahr exakt so an gleicher Stelle vorausgesagt.“ Gemeint ist vor allem die verschärfte Flüchtlingspolitik der Bundesregierung.

Der Ehrenvorsitzende der CSU spricht aber natürlich trotzdem: Die Kölner Silvesternacht sieht er als einen Wendepunkt der Stimmung in der Flüchtlingsfrage, aber nicht als einzigen. Das größte Problem sei aber die misstrauisch gewordene Gesellschaft, die fürchtet, nicht umfangreich informiert zu werden.

“Hart aber Fair“: Schwarzer sieht Sexmob als Terroranschlag

Frauenrechtlerin Alice Schwarzer erklärt den Kölner Sexmob gar erneut zu einem Terroranschlag. Und die Vorsitzende der SPD in Baden-Württemberg glänzt mit der Forderung, man möge die Zu-Uns-Kommenden doch bitte als „Geflüchtete“ zu bezeichnen. Das sei ein schönerer Begriff.

Stoiber wird deutlich und schießt gegen Angela Merkel: „Wir haben durch die Flüchtlingsfrage nicht nur eine Willkommenskultur, sondern wir haben uns Probleme ins Land geholt, die wir so nicht hätten.“ Schuld sei die Entscheidung der Kanzlerin Anfang September die Flüchtlinge aus Budapest ins Land zu lassen. 

Schwarzer wirft ein. Damals sei sie noch stolz auf Merkel gewesen, dann habe sie aber gemerkt, dass es doch mehr Probleme geben werde. Das ruft den designierten Kanzlerkandidaten der Satire-Partei „Die Partei“ auf den Plan. Somuncu feuert einmal mehr in alle Richtungen. 

“Hart aber Fair“: Krause der ausgleichende Pool

Er sieht Schwarzer als eine Vertreterin jener, für die Flüchtlingsfreundlichkeit eine bloße Imagefrage gewesen sei. „Für mich war das das schlechteste Jahr der Kanzlerin. Eingeschlossen die Blamage bei Böhmermann und der Deal mit Erdogan“, fasst er zusammen.

Krause ist der ausgleichende Pool in der Sendung, der besonnen Zusammenhänge erklärt. Stoiber gibt sich ab und an auch recht moderat gegenüber Merkel - auch wenn er es nicht zugeben mag: Der Wahlkampf hat begonnen.

“Hart aber Fair“: Stoiber sieht CSU als Schutz vor AfD

Verhalten lobt er Merkels Annäherung an die CSU-Linie. Stoiber, der die Weihnachtsfeier des FC Bayern für „Hart aber Fair“ sausen ließ, macht noch einmal klar: „Dass die AfD in Bayern nicht auf so viel Prozent kommt wie anderswo, hängt vor allem mit meiner Partei, der CSU, zusammen.“ Die AfD kommt im Freistaat aktuell knapp unter zehn Prozent.

Kaum Helden, nur noch Schurken? Wenn “Hart aber Fair“ denn darauf Antworten gab, so waren sie nicht überraschend.

mke

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