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Überall „Söder“? Plasberg unterläuft Verwechslung - CSU-General warnt auch ohne Chef vor „fünfter Welle“

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Frank Plasberg führt durch die Sendung „Hart aber fair“ (ARD)
Frank Plasberg führt durch die Sendung „Hart aber fair“ (ARD). © ARD/hartaberfair (Screenshot)

Bei „Hart aber fair“ stellt Frank Plasberg die Frage, ob Krankenhäuser einen weiteren Corona-Winter durchhalten. Die Talkrunde diskutiert das Thema aus vielen Blickrichtungen.

Köln – Den Einstieg in das Thema „Noch ein Corona-Winter: Halten die Krankenhäuser das durch?“ unterfüttert die „Hart aber fair“-Redaktion mit einer Reportage aus dem Alltag im Klinikum Darmstadt – ohne Off-Text, nur Bilder und Originalton: Hektisches Treiben, frustrierte Mitarbeiter, einsichtige Ungeimpfte. Nach dem Einspieler will Plasberg von Cihan Çelik, Oberarzt des gezeigten Krankenhauses, wissen, wie still es auf der Corona-Station tatsächlich sei. Der Mediziner berichtet: „Also, die meisten unserer Patienten brauchen auch Sauerstoff und haben eine ausgeprägte Sprechdyspnoe, wenn sie sprechen, dann kommt schon die Luftnot dazu.“ Daher sei es etwas ruhiger.

Plasberg fragt den stellvertretenden Ministerpräsidenten von NRW, Joachim Stamp, welche Schlüsse er als FDP-Politiker aus den vielen Ungeimpften in den Kliniken ziehe. Dieser nimmt sowohl die Politik als auch die Medien in die Pflicht: Man habe auf die rückläufige Impftendenz nicht richtig reagiert. Stamp gesteht ein: „Da war im Fokus nur noch die Bundestagswahl.“ Er kritisiert des Weiteren, dass nicht genügend gegen Falschinformationen im Internet getan worden sei, nimmt die Bürger aber auch in die Eigenverantwortung.

Corona-Talk in der ARD: Plasberg verwechselt CSU-Generalsekretär Markus Blume mit Markus Söder

RND-Journalistin Kristina Dunz war selbst an Corona erkrankt und urteilt: „Für mich ist das nicht nachvollziehbar, was Ungeimpfte auch immer noch an Bedenken vorbringen.“ Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können, schließt sie aus ihrer Kritik aus. Obwohl das RND in Kommentaren in sozialen Netzwerken immer darauf hinweise, dass es nicht um diese Gruppe gehe, erreichten die Redaktion immer wieder wüste Beschimpfungen.

Plasberg erteilt „Söder“ das Wort und erkennt seine „freudsche Fehlleistung“ sofort. Denn im Studio ist nicht der CSU-Chef selbst, sondern sein Generalsekretär Markus Blume. Der Moderator konfrontiert Blume mit Söders Behauptung, Wissenschaftler hätten die Corona-Entwicklung nicht richtig eingeschätzt. Blume entgegnet, die CSU habe nie die These verfolgt, dass Corona vorbei wäre. Er sieht vielmehr eine konsequente Corona-Strategie: Im Sommer sei die bayerische Staatsregierung sogar gescholten worden, weil sie nicht alles öffnete.

„Hart aber fair“ - diese Gäste diskutierten am 22. November:

ORF-Journalistin Simone Stribl ist aus Wien zugeschaltet, berichtet über den Lockdown in Österreich, die Impfpflicht und eine Impfgegner-Partei, die bereits im oberösterreichischen Landtag sitzt. Ob sich in Deutschland Maßnahmen nach österreichischem Vorbild umsetzen lassen oder diese notwendig wären, darüber ist sich die Runde in Köln nicht einig. Blume spricht sich aber deutlich für eine Impfpflicht aus. „Wenn wir uns vor der fünften Welle schützen wollen, dann, glaube ich, ist klar, dass es nur ein Instrument gibt, um diese Dauerschleife zu verlassen“, meint er in auch rhetorisch starker Anlehnung an seinen Parteichef.

Die neue Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Annette Kurschus, vermisst aber Mut in der Politik. Sie sieht wenig Sinn darin, immer und immer wieder aufklären zu wollen. Der Schutz von Kindern und älteren Menschen ist ihr wichtiger als das Zusammenführen unterschiedlicher Meinungen. Frank Plasberg bewundert Kurschus‘ Mut und bescheinigt ihr eine „Hammer-Aussage“.

Corona-Impfungen: Spahn wegen Biontech-Plan in der Kritik - Plasberg-Gast versteht die Frustration

Plasberg spricht den vielfach gerügten Plan von Gesundheitsminister Jens Spahn, den Biontech-Impfstoff zu rationieren, an. Die Runde ist sich einig: Dessen Entschuldigung ist angemessen. Der Moderator fragt Dunz, in welchem Lehrbuch Spahns Kommunikation stehe. Sie hält „das alles für müßig“, versteht aber die Frustration der Bundesregierung aufgrund der mangelnden Inanspruchnahme der Impfstoffe.

Blume sieht hingegen einen „neuen Impfaufbruch“. Die Leute gingen jetzt zum Hausarzt und in die Impfzentren. Den Abschluss der Sendung macht Kurschus. Sie spricht das Thema Triage aus ethischer Sicht an: Eine Triage falle nie vom Himmel, da habe man jetzt ganz lange darauf hingearbeitet. „Wie auch immer, es gibt in einer Triage-Situation nie die eine richtige und falsche Lösung und es wird auch nie klare Regeln geben.“

„Hart aber fair“ - Das Fazit der Sendung

Plasbergs Runde vertritt nahezu die gleichen Meinungen, wirkt stellenweise resigniert. Die ursprüngliche Frage der Sendung, ob die Krankenhäuser einen weiteren Corona-Winter durchhalten, wird nicht beantwortet.

Michi Jo Standl

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