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Katarina Barley hatte bei „Hart aber Fair“ schwierige Moment zu überstehen

Unbehagen bei der Regierungsbildung

„Hart aber fair“: Spahn und Barley machen Plasberg „Angst vor der GroKo“

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Wer will Deutschland regieren? In Berlin herrscht immer noch Ratlosigkeit. Im TV-Talk kriegen sich Jens Spahn und Katarina Barley in die Wolle - und verunsichern nicht nur Moderator Plasberg.

Berlin - Seit bald zehn Tagen befindet sich das politische Deutschland in der Zeitrechnung „n.J.“, „nach Jamaika“ - und noch immer dominiert aller Orten die Sorge. Wenn auch vor jeweils ganz unterschiedlichen Szenarien. Wer einen Beweis für die These benötigte, musste am Montagabend nur den Talk „Hart aber fair“ schauen.

Unter dem sprechenden Titel „Zwangsheirat mit Angela – ist die große Koalition so schlimm?“ spielte die Runde um den potenziellen Merkel-Erben Jens Spahn (CDU) und SPD-Familienministerin Katarina Barley diverse Optionen für die nahe Zukunft durch. Von der GroKo bis zur Minderheitsregierung. Und immer wurde bei den Teilnehmern Unbehagen deutlich. Entweder bei Spahn und Barley. Oder bei den drei vertretenen Journalisten und dem sozialdemokratisch angehauchten Schauspieler Ulrich Matthes. Manchmal, so schien es, auch bei allen zusammen.

GroKo wie Jamaika? Plasberg bekommt „Angst“

Beinahe einig war sich die Runde, dass eigentlich die SPD nun am Zuge ist, nach dem Jamaika-Flop doch noch eine Regierung für Deutschland zu ermöglichen. „Es gibt Situationen, da muss man springen, liebe Frau Barley“, forderte Ex-BR-Chef Sigmund Gottlieb. Und auch die Vertreterin der Sozialdemokraten selbst gestand - konfrontiert mit einem GroKo-spektischen Zitat der Juso-Chefin Johanna Uekermann - ein: „Die beste Lösung ist die GroKo in dieser Situation.“

Schlecht nur, dass sich die Koalitionäre in spe schon jetzt kräftig in der Wolle haben. Spätestens, seit Agrarminister Christian Schmidt mit seinem Glyphosat-Alleingang die SPD brüskierte. „So geht man mit Koalitionspartnern nicht um. Das ist kein besonders guter Stil“, beschwerte sich Barley. Auch, dass sich Merkel nach der Wahl als Siegerin in Szene gesetzt habe, brachte die Noch-Familienministerin in Rage.

Den Glyphosat-Affront wollte Spahn schlicht nicht kommentieren. Den Gewinner-Vorwurf wies er aber zurück: „Frau Barley, das tun wir echt nicht.“ Nach Einhelligkeit klang all das nicht - und schürte bei Plasberg grundsätzliche Zweifel an einer Neuauflage der Großen Koalition: „Ich habe Angst vor einer Wiederaufführung von Jamaika. Ich habe Angst, wenn ich Ihnen beiden zuhöre“, sagte der Moderator.

Nur die Grünen haben noch Lust auf Merkel, meint Barley - Spahns Schrecksekunde

Zumal Barley auch das Szenario Minderheitsregierung zur Attacke auf Merkel nutzte. Die Kanzlerin sei gegen eine solche Variante, „weil sie dann endlich mal eines machen müsste: führen. Dann müsste sie sagen, was sie will. Ich weiß aber schon seit zwölf Jahren nicht, was sie will“, polterte die SPD-Politikerin - sehr zum Amüsement des früheren ARD-Brüssel-Korrespondenten Dieter Krause.

Damit ruhten die Augen auf Spahn. Der musste von Plasberg aber erst zum (halbherzigen) Konter aufgefordert werden. "Wenn überhaupt jemand Garant für Stabilität und Verantwortungsübernahme ist in diesem Land, dann ja wohl Angela Merkel", sagte Spahn. Barleys Einwand, Merkel führe dabei keine „Inhalte“ ins Feld, überhörte er geflissentlich.

"Die einzigen, die noch scharf darauf sind, mit Frau Merkel zu koalieren, sind die Grünen. Die haben es eben noch nie gemacht", ätzte dafür Barley. "Wir sind auch nicht bang vor einer Situation wo Sie sagen, wir wollen nicht", drohte Spahn dafür an die Adresse der SPD. "Es gibt keinen Automatismus zur großen Koalition“, lautete ein weiteres prominentes Zitat des CDU-Mannes.

Neuwahlen? Minderheitsregierung? Skepsis aller Orten

Was aber bleibt sonst als Alternative? Eine Minderheitsregierung? Spahn wäre gegebenenfalls dabei. „Wir übernehmen Regierungsverantwortung notfalls auch alleine“, erklärte er. Auch Krause sähe diese Lösung gerne. Eine Große Koalition lasse nur die politischen Ränder weiter erstarken - eine Minderheitsregierung, wie sie auch schon die SPD durch dachte, könne endlich einmal effektiv vom Bundestag kontrolliert werden.

Sogar Barley stieß zwischenzeitlich ins selbe Horn. "Mit noch einer GroKo hätten wir ja fast österreichische Verhältnisse, die zu noch größerer Politikverdrossenheit führen würden", sagte sie. Gottlieb und Matthes warnten indes vor politischer Instabilität - Krauses Einwand, in wichtigen außenpolitischen Fragen würden sich schon breite Mehrheiten ergeben, wies Gottlieb als „akademisches Wunschdenken“ ab.

Auch von Neuwahlen rieten die Teilnehmer der SPD massivst ab. Und so blieben am Ende nur Worthülsen. Wie wird Deutschland regiert werden, fragte Plasberg. "Von einer Regierung, die das Beste für dieses Land tut", hoffte Barley - ohne zu klären, wer das wohl sein könnte.

Über alle Neuigkeiten zu den GroKo-Gesprächen halten wir Sie in unserem News-Ticker auf dem Laufenden.

fn

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