Moderator Frank Plasberg steht im TV-Studio seiner Sendung hart aber fair
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Hart aber Fair wird von Frank Plasberg moderiert

Politische Talkshow im Ersten

Hart aber fair: Polit-Talk mit Frank Plasberg und dem bekannten Faktencheck

Der Politik-Talk „Hart aber fair“ hat seit Jahren einen festen Sendeplatz am Montagabend in der ARD. Der Faktencheck prüft den Wahrheitsgehalt.

  • Hart aber fair“ startete mit der Erstausstrahlung am 31. Januar 2001 im WDR, 2007 wechselte der Polit-Talk ins Hauptprogramm der ARD und läuft seitdem im Ersten
  • Die politische Talkshow mit Moderator Frank Plasberg wird live aus Köln oder Berlin gesendet
  • Der Faktencheck prüft strittige Aussagen und Zahlen von Politikern und anderen Gästen auf ihren Wahrheitsgehalt und ist am Tag nach der Sendung im Internet abrufbar

Köln - „Hart aber fair“ ist ein Polit-Talk, der am Montagabend an einem festen Sendeplatz im Hauptprogramm der ARD läuft. Moderator der Talkshow ist seit der Erstausstrahlung im Januar 2001 Frank Plasberg. In der inzwischen 75 Minuten langen Sendung kommen Politiker, Personen aus der Politik sowie andere thematisch passende Gäste zu Wort und diskutieren ein von den Sendungsmachern vorgegebenes Thema. Üblicherweise sind fünf Gäste anwesend, die im Rahmen grober Schranken frei diskutieren.

Der Moderator Frank Plasberg greift bei Gelegenheit ein, um die Diskussion zu lenken oder um Fragen zu stellen. Dabei greift der Moderator auch auf kurze Einspielfilme zurück, die Frank Plasberg manuell auf Knopfdruck abspielen kann. In den kurzen Filmchen erhalten Gäste und Zuschauer zusätzliche Informationen auf der Basis von Statistiken, Zeitungsartikeln, Interviews und ähnlichen Quellen. Die Einspielfilme werden oft genutzt, um frische Argumente von außen in die Diskussion einzubringen oder um einen Teil der Diskussion abzuschließen und einen anderen Aspekt zu beleuchten.

In manchen Sendungen ergänzen Einzelgespräche oder Schaltungen mit einer besonders vom Thema betroffenen Person die Diskussion. Berühmtheit hat der Faktencheck erlangt, bei dem die Sendung Aussagen von Gästen auf ihren Wahrheitsgehalt prüft.

Zuschauerbeteiligung spielt bei „Hart aber fair“ eine wichtige Rolle

Anders als bei vielen anderen Talkshows und Polit-Talks in der ARD und anderen Sendern können sich die Zuschauer bei „Hart aber fair“ direkt beteiligen. Zuschauer können sich bereits vor der Sendung an die Redaktionen wenden, aber auch noch während der Live-Übertragung neben den Politikern und anderen Gästen ebenfalls ein Teil der Sendung werden. Zuschauer können sich klassisch per Telefon an der Sendung beteiligen, aber auch per E-Mail ihre Meinung kundtun. Die Beteiligung funktioniert zudem auch über das hauseigene Gästebuch auf der Webseite von „Hart aber fair“ sowie über die bekannten sozialen Netzwerke wie Facebook und Twitter.

Die Zuschauerreaktionen werden im Rahmen einer eigenen Episode in die Talkshow eingebunden. In der zweiten Hälfte der Sendung besucht Moderator Frank Plasberg seine Kollegin Brigitte Büscher, die in einem Gespräch mit Plasberg ausgewählte Zuschauerreaktionen präsentiert. Im Anschluss kehrt Frank Plasberg zum Tisch mit den fünf Gästen zurück, wo die Meinung und Kritik von Zuschauern häufig aufgegriffen und gemeinsam mit Politikern und anderen Anwesenden diskutiert wird.

Der Faktencheck sorgt in Zeiten von Fake News für Transparenz

Eine Besonderheit von „Hart aber fair“, die viele andere Polik-Talks und Talkshows innerhalb und außerhalb der ARD in der Form nicht bieten, ist der Faktencheck. Der Faktencheck ist ein festes und immer wiederkehrendes Element der Sendung, findet aber nicht direkt während der Live-Übertragung statt. Stattdessen werden die Fakten von der Redaktion sorgfältig recherchiert, gesammelt und am Tag nach dem Sendeplatz der Talkshow – also am Dienstagmittag – im Internet veröffentlicht. Die Redaktion von „Hart aber fair“ nimmt strittige Aussagen von Politikern, Statistiken und während der Sendung geäußerte Zahlen unter die Lupe und untersucht sie auf ihren Wahrheitsgehalt. Der Faktencheck von „Hart aber fair“ trägt damit in Zeiten von Fake News einen wichtigen Teil zur Wahrheitsfindung bei und setzt auch die Politik und Politiker unter Druck, wenn sie bei Frank Plasberg zu Gast sind.

Der Faktencheck deckt falsche Aussagen, falsche Zahlen, ungeeignete Statistiken sowie andere Fehler auf und korrigiert sie bei Bedarf auf der Basis nachprüfbarer, transparenter und objektiver Quellen. Inzwischen haben einige andere politische Talkshows das Konzept übernommen und führen ebenfalls einen Faktencheck durch.

„Hart aber fair“: vom WDR ins Hauptprogramm der ARD

Die TalkshowHart aber fair“ startete im Jahr 2001 im TV-Programm des Westdeutschen Rundfunks, kurz WDR. Die Erstausstrahlung fand am 31. Januar 2001 statt. Im WDR hatte die politische Talkshow ihren Sendeplatz am Mittwochabend um 20:15 Uhr und eine Sendung dauerte 90 Minuten. Im Laufe der Zeit fand der Polit-Talk viele Anhänger und konnte sich so für einen Wechsel in das Hauptprogramm der ARD empfehlen. Die letzte Sendung im WDR lief am 10. Oktober 2007.

Seitdem ist im ARD-Hauptsender „Das Erste“ zu sehen. Im Zuge des Senderwechsels bekam „Hart aber fair“ auch einen neuen Sendeplatz und wird seitdem am Montagabend gezeigt – üblicherweise um 21:00 Uhr. Abseits des klassischen linearen TV-Programms läuft „Hart aber fair“ zeitgleich auch als Livestream im Internet. Außerdem gibt es im Anschluss an die Live-Übertragung am Montagabend mehrere Wiederholungen in der Nacht auf Dienstag und am Dienstagmorgen. Digitale Inhalte und Ausschnitte gibt es zusätzlich unter anderem auf YouTube und in den sozialen Medien.

Preise für „Hart aber fair“: zahlreiche Auszeichnungen für den Politik-Talk der ARD

Die politische TalkshowHart aber fair“, in der fünf Politiker und andere Gäste mit Frank Plasberg diskutieren, erfreut sich bei vielen Zuschauern großer Beliebtheit und läuft auch deshalb bereits seit 2001 auf ihrem Sendeplatz im WDR und in der ARD. Zudem konnte der Polit-Talk bereits zahlreiche Preise und Auszeichnungen gewinnen. 2003 wurde die Talkshow mit dem Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Beste Informationssendung“ ausgezeichnet. 2005 folgte der Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus. Ebenfalls 2005 gewann „Hart aber fair“ den renommierten Adolf-Grimme-Preis in der Kategorie „Information & Kultur“. Abseits klassischer Auszeichnungen erhielt „Hart aber fair“ allerdings auch den Negativpreis „Die Goldene Kartoffel“.

Auszeichnungen in der Übersicht:

  • 2003: Deutscher Fernsehpreis in der Kategorie Beste Informationssendung
  • 2005: Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis für Fernsehjournalismus
  • 2005: Adolf-Grimme-Preis in der Kategorie Information & Kultur
  • 2005: Ernst-Schneider IHK Medienpreis für die Sendung „Firma saniert – Mitarbeiter ruiniert“ vom 20. Oktober 2004
  • 2006: Bayerischer Fernsehpreis für Frank Plasberg und seine Moderation
  • 2019: Die Goldene Kartoffel für ihre Sendungsinhalte

„Hart aber fair“ in der ARD nicht ohne Kritik und Zwischenfälle

Eine politische Talkshow wie „Hart aber fair“ beschäftigt sich immer wieder auch mit kontroversen Themen aus Politik und Gesellschaft. Dementsprechend gab es nach einigen Sendungen Kritik und Diskussionen. Als im September 2010 Thilo Sarrazin (75) zu Gast war, der wegen seinen Aussagen über Migranten und Migration damals besonders in der Kritik stand, gab es im Anschluss große Aufmerksamkeit und Kritik an dem Polit-Talk. Die Sendung „Nieder mit den Ampelmännchen – Deutschland im Gleichheitswahn?“ vom 02. März 2015 wurde nach Beschwerden, Protesten und einer Empfehlung des Rundfunkrates sogar nachträglich aus den Mediatheken gelöscht, weil die Auswahl der Gäste stark kritisiert wurde.

Anschließend gab es Diskussionen über „Zensur“ in den öffentlich-rechtlichen Medien. Monate später, Ende August 2015, revidierte der WDR seine Entscheidung und nahm die Sendung wieder in die Mediathek auf. Für große Beachtung sorgte auch eine Störaktion während der Live-Übertragung. Am 16. Dezember 2019 gelang es einer Feministin aus dem Zuschauerbereich heraus die Bühne zu erreichen und die Sendung massiv zu stören. Im Anschluss an eine kurze Diskussion ließ Moderator Frank Plasberg die Störerin aus dem Studio begleiten.

Von Timo Kraske

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