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Die Fronten im Kosovo-Konflikt sind verhärtet.

Vor EU-Vermittlungsrunde

Kosovo-Konflikt: Serben blockieren Grenze

Pristina - Die EU will durch ihre Vermittlung endlich den jahrzehntelangen Kosovo-Konflikt mit einem Abkommen einer Lösung näher bringen. Die Kosovo-Serben machen mit einer Grenzblockade Druck.

Vor der als entscheidend angekündigten neuen Runde der EU-Vermittlung im Kosovo-Konflikt sind die Fronten verhärtet. Kosovo-Serben blockierten am Montag erneut den Grenzübergang Jarinje zu Serbien. Teilnehmer bezeichneten das als eine Warnung an die Regierung in Belgrad, sich bei den Gesprächen am Dienstag in Brüssel nicht zu nachteiligen Kompromissen drängen zu lassen.

Im Kern geht es um die Zukunft der serbischen Minderheit im fast nur noch von Albanern bewohnten Kosovo, das vor fünf Jahren von Serbien abgefallen war und heute von rund 100 Staaten anerkannt ist. Belgrad und die von Albanern geführte Kosovo-Regierung hatten sich bereits über die Bildung einer „Gemeinschaft der serbischen Kommunen“ im Kosovo geeinigt. „Wir bestehen darauf, dass die Gemeinschaft über die Polizei und über die Justiz entscheidet ohne Gegenwart des (Kosovo-) Militärs“, betonte der serbische Staatspräsident Tomislav Nikolic am Montag in Belgrad.

„Pristina wird niemals zustimmen, dass die Gemeinschaft gesetzgeberische Kompetenzen oder eigene Polizeieinheiten hat“, sagte dagegen der wichtigste Berater des Kosovo-Regierungschefs Hashim Thaci (Bekim Collaku) am Montag der Zeitung „Koha Ditore“ in Pristina: „Keine Gemeinschaft kann Zuständigkeiten haben, die der zentralen Ebene zufallen.“ Schon früher hatte die Kosovo-Regierung wiederholt angekündigt, sie wolle ihre Sicherheitskräfte im serbisch besiedelten Norden stationieren.

dpa

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