+
Es wird ein schwerer Gang für Michael Hartmann in den Edathy-Ausschuss.

Nach widersprüchlichen Aussagen

Michael Hartmann erneut vor Edathy-Ausschuss

Berlin - Nach widersprüchlichen Aussagen in der Edathy-Affäre muss der SPD-Politiker Michael Hartmann am Donnerstag im Untersuchungsausschuss des Bundestags Farbe bekennen.

Ab 13 Uhr muss der SPD-Abgeordnete Michael Hartmann am Donnerstag im Untersuchungsausschuss des Bundestags Rede und Antwort stehen. Die Mitglieder zweifeln an seinen Angaben vom Dezember, wonach er den früheren SPD-Innenpolitiker Sebastian Edathy nicht über mögliche Ermittlungen wegen Kinderpornografie informiert habe. Edathy behauptet hingegen, von Hartmann mit Informationen versorgt worden zu sein - und mehrere Zeugen bestätigten zuletzt Edathys Version. Union, Grüne und Linke werfen Hartmann nun vor, gelogen zu haben. Selbst innerhalb der SPD wurden zuletzt Zweifel laut, ob der Mainzer sein Bundestagsmandat behalten kann.

Die ungeklärte Frage ist auch, ob ein Verdacht auf Strafvereitelung vorliegen könnte und von wem Hartmann Details zu dem Fall Edathy erfahren haben könnte. BKA-Chef Jörg Ziercke bestreitet die Weitergabe von Informationen ebenso wie SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann. Für Irritationen bis in die Reihen der SPD sorgte die jüngst bekanntgewordene Information, dass Hartmann dreimal versucht haben soll, telefonisch vom Präsidenten des Landeskriminalamtes Rheinland-Pfalz, Wolfgang Hertinger, Informationen zu bekommen.

Edathy war im Februar 2014 als Abgeordneter zurückgetreten. Kurz darauf hatte die Polizei seine Büros und seine Wohnung nach kinderpornografischem Material durchsucht. In Kürze muss er sich vor dem Landgericht im niedersächsischen Verden wegen Besitzes von Nacktaufnahmen Minderjähriger verantworten.

Die SPD-Führung war bereits im Oktober 2013 über mögliche Ermittlungen gegen Edathy informiert. Der damalige Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hatte SPD-Chef Sigmar Gabriel eingeweiht. Im Februar 2014 musste Friedrich deshalb zurücktreten.

Edathy-Affäre: Die wichtigsten Personen

Edathy-Affäre: Die wichtigsten Personen

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

China lässt ersten selbstgebauten Flugzeugträger zu Wasser
Peking (dpa) - China hat seinen ersten selbst entwickelten Flugzeugträger fertiggestellt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, verließ der mit roten …
China lässt ersten selbstgebauten Flugzeugträger zu Wasser
US-Medien entsetzt über Buhrufe gegen Ivanka Trump in Berlin
Washington/Berlin - Buhrufe gegen Ivanka Trump in Berlin - für US-Medien war das am Dienstag (Ortszeit) ein großes Thema. Bei einer Talkrunde am Abend kam es zum Eklat.
US-Medien entsetzt über Buhrufe gegen Ivanka Trump in Berlin
Kommentar: Die Opposition und der ewige Seehofer
Der Opposition steht ein schwieriger Wahlkampf bevor. Sie muss mit hartem Wahlkampf die absolute Mehrheit der CSU brechen, darf aber mögliche Koalitionsverhandlungen …
Kommentar: Die Opposition und der ewige Seehofer
Kabinett will Rentenerhöhung beschließen
Berlin (dpa) - Mehr Geld für die 21 Millionen Rentner in Deutschland: Das Kabinett will heute die schon vor Wochen angekündigte Rentenanpassung formal beschließen. …
Kabinett will Rentenerhöhung beschließen

Kommentare