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Merkur-Redakteur Sebastian Horsch

Ein Kommentar

Hass und Beleidigungen im Netz: Da hört die Meinungsfreiheit auf

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München - Viele Internetuser pochen auf ihr Recht auf Meinungsfreiheit, wenn es um Hasskommentare im Netz geht. Da liegt allerdings eine Verwechslung vor, meint Merkur-Redakteur Sebastian Horsch.

Wer sich im Internet in Kommentarspalten und Sozialen Netzwerken bewegt, der weiß, welch schwer erträgliches „Diskussionsniveau“ dort teilweise herrscht. Einfache Beleidigungen sind beinahe noch harmlos, wenn die Emotionen mal hochkochen. Da werden Menschen auf widerwärtige Weise beschimpft, oder mal eben als pädophil verleumdet, da werden Privatadressen veröffentlicht, da wird dem anderen in einem Nebensatz mit dem Tod gedroht. Rassismus natürlich inklusive. Wenn die Stiftung Warentest dazu aufruft, solche Dinge anzuzeigen, hat das mit Denunziantentum oder Zensur nicht das Geringste zu tun – das ist die Durchsetzung geltenden Rechts und dient dem Schutz einzelner.

Gerade im Internet wird das Recht auf Meinungsfreiheit gerne verwechselt mit dem Recht, alles zu sagen, was einem gerade einfällt. Die vermeintliche Anonymität tut ihr Übriges. Wer aber andere beleidigt, oder ihnen Angst macht, der ist nicht im Recht, sondern gehört bestraft. Es geht nicht darum, Meinungen zu verbieten. Im Gegenteil: Nie konnte jeder einzelne mehr Menschen erreichen als heute. Und auch die absurdesten Verschwörungstheorien haben – außer der persönlichen Blamage vielleicht – selbstverständlich keine Folgen für die Absender. Sofern niemand verleumdet oder beleidigt wird.

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