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Hamburg

Wegen Flüchtlingspolitik: Hass-Mails gegen Politikerin

Hamburg - Wiederholt sind Politiker in den vergangenen Wochen bedroht worden, weil sie sich für Flüchtlinge einsetzen. Nun wurde auch die Hamburger CDU-Politikerin Prien wüst beschimpft.

Nach ihrem Vorstoß für eine private Unterbringung von Flüchtlingen hat die Hamburger CDU-Politikerin Karin Prien zahlreiche Hass-Mails und Drohbriefe erhalten. Seit dem vergangenen Donnerstag habe sie rund 100 anonyme Nachrichten bekommen, in denen sie massiv beschimpft und bedroht wurde, sagte Prien am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Prien hatte vorgeschlagen, dass Flüchtlinge in Zukunft auch in Privathaushalten untergebracht werden sollen. Dieses Modell würde auch in Berlin funktionieren, sagte sie. Kurz darauf veröffentlichte eine rechte Internetplattform die E-Mail-Adresse der 49-Jährigen. In zahlreichen Online-Kommentaren und Hassbotschaften wurde Prien nach eigener Darstellung als Volksverräterin beschimpft und ihr Gewalt angedroht. Der Staatsschutz und die Polizei ermitteln. Zuvor hatten Medien über den Fall berichtet.

In den vergangenen Wochen waren immer wieder Politiker bedroht worden, die sich für Flüchtlinge einsetzen. In Sachsen-Anhalt trat im März der Bürgermeister von Tröglitz zurück, weil er sich rechtsextremer Hetze ausgesetzt sah. Im April erhielt Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) Morddrohungen, nachdem seine Regierung ein Winterabschiebestopp für Flüchtlinge durchgesetzt hatte.

dpa

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