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Der Attentäter Anis Amri war im Dezember 2016 auf dem Berliner Breitscheidplatz mit einem Lastwagen in die Menschenmenge gerast.

Anschlag auf Berliner Weihnachtsmarkt

“Hatten zig andere Gefährder“: Kriminalpolizist gibt im Fall Amri totale Überforderung zu

Im Amri-Untersuchungsausschuss hat ein hochrangiger Kriminalpolizist komplette Überlastung eingeräumt. Schwere Fehlentscheidungen hätten dazu geführt, dass der Terrorist auf dem Berliner Weihnachtsmarkt zuschlagen konnte.

Ein hochrangiger Berliner Kriminalpolizist hat Fehler bei der Beobachtung des späteren islamistischen Attentäters Anis Amri im Jahr 2016 eingeräumt. Amri sei zwar im Frühling und Frühsommer observiert worden, sagte der frühere Leiter des für die Bekämpfung des islamistischen Terrorismus zuständigen LKA-Dezernats am Freitag im Berliner Amri-Untersuchungsausschuss. Dann habe man die intensive Beobachtung aber beendet, weil es keine Erkenntnisse für terroristische Pläne und zu wenig Observationsteams gegeben habe.

Anis Amri wurde von Polizei völlig falsch eingeschätzt

„Das war ein Fehler, dass er dann später nicht mehr observiert wurde. Den hätte man sich wieder genauer anschauen müssen. Aber er hatte nicht mehr die hohe Priorität wie andere.“ Man habe Amri im Herbst 2016 mehr als Drogenhändler eingestuft und zunehmend weniger als potenziellen Terroristen. Daher sei er aus dem Fokus gerückt. Das sei eine „Fehlentscheidung“ gewesen, sagte der Kriminalpolizist. „Das kann man nicht schönreden“, da hätte mehr passieren müssen.

Lesen Sie auch: Fall Amri: Interne Ermittler werfen Berliner Polizei 254 Fehler vor

Er betonte aber auch: „Wir hatten ein absolutes Überlastungsproblem.“ Allein seine Leute hätten jeden Tag fünf oder sechs Observationsteams der zuständigen LKA-Abteilung anfordern können, aber das sei unmöglich gewesen. „Wir hatten ja noch zig andere Gefährder und da war immer die Frage: Was ist mit denen?“ Seine Leute hätten ständig abwägen müssen, wer gerade besonders gefährlich sei und wen man zurückstufen könne.

Bei dem Anschlag Amris auf einen Weihnachtsmarkt waren am 19. Dezember 2016 zwölf Menschen getötet und mehr als 70 verletzt worden.

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dpa

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