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Wirtschaftsministerin Ilse Aigner.

Heftige Diskussion im Netz

Schleierverbot: Die Reaktionen zu Aigners Forderung

München - Mit unzähligen Kommentaren reagieren unsere User auf die Forderung der Wirtschaftsministerin Ilse Aigner, dass sich arabische Frauen unverschleiert in der Öffentlichkeit zeigen sollen. Eine Übersicht.

Ilse Aigner äußerte sich in der Welt wir zu der Forderung wie folgt: "Es geht um das gesellschaftliche Zusammenleben, das sichtbare Gegenüber. Es passt nicht in unsere Kultur, sich zu verbergen – und es widerspricht unserer Vorstellung von einer Gleichstellung der Frau. Das Gesetz sollte schnell vom Bundestag verabschiedet werden."

Diese Ansage der Politikerin löste heftige Reaktionen bei unsren Usern aus. Die einen äußern ihren Zuspruch, während andere entsetzt darüber sind, wie sie eine solche Veränderung in der Gesetzgebung überhaupt in Erwägung ziehen kann. 

Ein Akt gegen das Grundgesetz und eine weltoffene Gesellschaft

gitarrenheld äußert seine Meinung, indem er lediglich Artikel aus dem Grundgesetz kommentiert: 

"Deutsches Grundgesetz

Artikel 3 ... (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Artikel 4 (1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet."

Grünfink stellt klar, dass der Islam hier willkommen ist:

"In eine weltoffene Gesellschaft wie der unseren sollte es möglich sein, dass Gruppen ihre "Stammes"-Symbole offen tragen können. Wenn aber diese Gruppen bei jedem zweiten Satz Forderungen an die Mehrheitsgesellschaft äußern, wenn sie ihre Symbolik politisch vor sich hertragen wie z.B. in Talk Shows, wenn diese Symbole also nicht nur als normales Attribut der Gruppe getragen werden, quasi überhöht werden, dann müssen die Leitplanken anders gesetzt werden, dann können Aussagen von einer Kanzlerin oder von Bundespräsidenten nicht einfach in den Raum gestellt werden, sondern müssen korrigiert werden. Im Sinne: der Islam ist hier willkommen, aber er hat keinerlei Sonderlocken. Das ist schwer, wenn nicht unmöglich. Aigners Einlassung ist als ein Versuch in diese Richtung zu werten. Erfolg wird er nicht haben."

Akzeptanz für andere Lebensarten

palmcoast: "Dann sollte man aber auch das Tragen eines Kreuzes an einer Halskette verbieten - ebenso ein religiöses Zeichen. Ich finde es auch nicht angenehm, mich - beruflich häufiger nötig - mit einer verschleierten Frau unterhalten zu müssen. Einem Gegenüber in die Augen schauen zu können, ist immer angenehmer. Aber wir "Westler" sollten vielleicht endlich akzeptieren, dass es auch noch etwas anderes gibt als unsere Lebensart und dass die Menschen, die dieser anderen Lebensart anhängen, auch glücklich sind. Und wenn wir Deutschland nicht mit einer hohen Mauer umgrenzen wollen, werden wir uns wohl oder übel auch daran gewöhnen müssen, andere Sitten zu tolerieren. Mehr ist ja nicht nötig - wir müssen Burkas und was weiß ich noch alles nicht lieben. Nur akzeptieren, dass es sie gibt!!!"

Transparenz und Bewahrung der Sitten 

Unsere Userin britta stimmt der Politikerin zu: 

"Die Burka ist kein Kopftuch, sondern eine Ganzkörperverschleierung mit Augenschlitz. Der Koran verlangt dies nicht, aber die muslimischen Männer! In Ägypten wurde gesagt, dass sich Terroristen unter einer Burka verstecken. Klar, darunter lässt sich einiges verstecken. Also: Transparenz für eine aufgeklärte Gesellschaft! Gut so, Frau Aigner."

Auch ThomasK sieht viele positive Aspekte in der Forderung: 

"Aus meiner Sicht einer von vielen Punkten, die aufgegriffen und umgesetzt werden müssen. Ob arabische Frauen ihre Burka nun tragen wollen oder nicht- bei diesem explosionsartigen Anwachsen dieser Bevölkerungsgruppe muss irgendwann eine Grenze zur Bewahrung unserer kulturellen Sitten und Gebräuche geschaffen werden. Wer sich Deutschland als "Zufluchtsort/Lebensmittelpunkt" aussucht, muss sich auch integrieren. Wir Deutsche müssen ein Höchstmaß an multikultureller Kompetenz haben- aber auch das hat Grenzen. Ob der Islam zu Deutschland gehört? - mag sein. Aber wenn man sich als Deutscher fremd im eigenen Land fühlt-dann ist was faul ..wer nicht bereit ist, sich den Sitten und Gebräuchen in Deutschland anzupassen - und u.a. unbedingt Burka tragen will - es gibt viele Länder auf der Welt, wo dies "passend ist."

Libella: "Bravo Frau Aigner, wer hier leben möchte, soll und muss sich an die Gesetze und Gegebenheiten des Landes richten. Wer es nicht möchte, es gibt genug islamische Staaten in denen kein Krieg herrscht, da kann man dann nach eigenen Gebräuchen und Sitten leben."

Ein Verlust für die Münchner Wirtschaft

Manche User, wie Leon Grünwald zum Beispiel, machen sich Sorgen darum, dass sich die Wirtschaftsministerin mit ihrer Forderung womöglich ins eigene Fleisch schneidet: "Für Touristinnen aus arabischen Ländern müsste es eine Ausnahmeregel geben. Im Sommer halten sich zig-Tausende Gäste aus arabischen Ländern in München auf und sie geben im Schnitt (vom Baby bis zur Oma) 1000 Euro aus. Wenn diese Einnahmequelle wegfiele, würden etliche Geschäfte in München z.B. Maximilianshöfe, Maximilians/Theatinerstr, aber auch Hotels wie leMeridien ohne Kunden dastehen."

Aigners Vorstoß zum Burka-Verbot: Diese Strafen drohen

mpa

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