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Im westafrikanischen Burkina Faso sind die französische Botschaft und das französische Kulturinstitut von Bewaffneten angegriffen worden.

Angriff durch mehrere bewaffnete Männer

Heftiger Schusswechsel an Französischer Botschaft - „Niemand darf nach draußen“

Der Angriff in Burkina Faso trägt die Handschrift islamistischer Terroristen. Es wäre nicht der erste Anschlag in Ouagadougou. Doch die Lage ist noch unübersichtlich.

Ouagadougou - In der Hauptstadt Burkina Fasos ist es im Regierungsviertel zu einem bewaffneten Angriff gekommen. Erste Anzeichen ließen einen Terroranschlag befürchten. In Ouagadougou war am Freitag automatisches Feuer zu hören, etwa aus Maschinenpistolen, berichtete ein Reporter der Deutschen Presse-Agentur. Am Sitz des Generalstabs der Streitkräfte stieg demnach Rauch auf, auf dem Gelände waren Ambulanzen zu hören.

Die Polizei forderte die Bevölkerung auf, sich von dem Stadtviertel in der Nähe des Amtssitzes des Premierministers fernzuhalten. Spezialeinheiten des Militärs seien bereits im Einsatz. Der Bürgermeister der Stadt, Armand Béouindé, sagte der französischen Zeitung „Le Monde“, es handle sich offenbar um einen Anschlag radikalislamischer Dschihadisten.

Die französische Botschaft in Ouagadougou erklärte über ihre Facebook-Seite, es sei ein Angriff im Gange. Das französische Kulturinstitut befindet sich ganz in der Nähe des Sitzes des Generalstabs, der offenbar ein Ziel der Angreifer war. Die Botschaft liegt knapp zwei Kilometer östlich davon. Das Außenministerium in Paris aktualisierte seinen Reisehinweis für Burkina Faso und forderte die Bürger auf, bis auf weiteres an Ort und Stelle auszuharren. Es werde geschossen, die Sicherheitskräfte seien im Einsatz. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron verfolge die Lage aufmerksam und werde ständig informiert, hieß es aus dem Élyséepalast.

Zuletzt waren in Ouagadougou bei einem Anschlag auf ein Restaurant im vergangenen August knapp 20 Menschen ums Leben gekommen. Die frühere französische Kolonie Burkina Faso liegt in Westafrika und grenzt an die Sahelzone, die mit Al-Kaida verbundenen Terrorgruppen als Rückzugsgebiet dient. Im Januar 2016 hatten islamistische Extremisten ebenfalls ein beliebtes Restaurant angegriffen, 29 Menschen wurden getötet, etwa 70 weitere teils schwer verletzt.

Die Streitkräfte Burkina Fasos wollen sich an einer bis zu 5000 Mann starken neuen Anti-Terror-Truppe zur Bekämpfung radikaler Islamisten in der Sahelzone beteiligen. Das westafrikanische Land mit knapp 19 Millionen Einwohnern gehört einem UN-Index zufolge zu den fünf ärmsten Ländern der Welt. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt der Weltbank zufolge bei 60 Jahren (Deutschland: 81). Fast jedes zehnte Kind stirbt noch vor Erreichen des fünften Geburtstags.

dpa

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