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Richard Spencers in Washington.

Veranstaltung von US-Nationalisten

„Heil Trump“ und Hitlergruß: Rechte Bewegung sorgt für Skandal

Washington - Die US-Bürger sorgen sich. Die Wahl von Donald Trump gibt rechten Bewegungen Aufwind - wie der „Alt Right“. Bei ihrer Veranstaltung in einem Regierungsgebäude zeigen sie nationalsozialistische Symbolik. Dabei spielte die Gruppierung im Trump-Wahlkampf eine große Rolle.

Nicht wenige Menschen machen sich Sorgen, wenn sie an den 45. Präsidenten der USA denken. Donald Trump stand im Wahlkampf für eine möglichst hohe Mauer zu Mexiko, für das Herabwürdigen von Muslimen und dafür, bald eine Vielzahl von ihnen auszuweisen. Trumps Vokabular dürfte auch einigen rechten Gruppen in die Karten spielen. So wie der nationalistischen "Alt Right"-Bewegung.

Die hatte sich am Samstag im Regierungsgebäude „Ronald-Reagan-Building“ in Washington getroffen. Der Ausschnitt einer Rede Richard Spencers sorgt nun für Empörung. Er ist der Chef des gastgebenden Thinktanks National Policy Institute und einer der Anführer der "alternativen Rechten". Das US-Magazin The Atlantic hat das dreiminütige Video am Montagabend veröffentlicht.

Auf der Agenda: „Trump und der neue weiße Wähler“

Es zeigt, wie Spencer von der "Überlegenheit der weißen Rasse" spricht. Und nicht nur das: Er würdigt Juden herab, attackiert die Medien (“Lügenpresse“). Am Ende der Rede der Skandal. Er ruft: "Heil Trump! Heil unserem Volk! Sieg Heil!" Manche der 300 Zuhörer reißen den rechten Arm zum Hitlergruß in die Höhe. Dabei streitet die Bewegung jegliche Nähe zum NS-Gedankengut ab, fordert aber offen die Trennung von Volksgruppen - auf "friedlichem Wege", wie stets betont wurde.

Ein Amerika mit dem Präsidenten Trump macht vielen in diesem Raum neue Hoffnung. „Die Wahl von Trump war für alle ein Erweckungserlebnis“, sagt Spencer. Wir sind noch nicht ganz das Establishment, aber wir sollten damit anfangen, uns so zu verhalten.“ Auf der Agenda des Treffens standen dann auch „Trump und der neue weiße Wähler“ oder „Die Zukunft der Alt-Right-Bewegung“. 

Trump reagiert: „Lehne Rassismus ab“

Verstörend daran: Die "Alt Right"-Bewegung spielte im Wahlkampf Trumps eine zentrale Rolle. Mindestens ein Sympathisant sitzt sogar bald im Weißen Haus am Tisch Trumps. Denn der designierte Präsident machte Stephen Bannon zu seinem Chefstrategen. Ausgerechnet einen Mann, der bis zu seinem Wechsel ins Trump-Team Chef der "Breitbart News" war. Einer rechten Nachrichtenseite, die er einst selbst als „Plattform der Alt Right" bezeichnete - kürzlich relativierte er das. Bannon bezeichnete aber auch Feminismus als ein „Krebsgeschwür“, Migranten als eine “ansteckende Krankheit“ und junge Muslime als “tickende Zeitbombe“. 

Die „Alt Right“ gilt als Sammelbecken für Rechtsradikale, Libertäre und Rassisten, die ihren Extremismus nach der Wahl offen zur Schau stellen. Sie will eine sogenannte weiße Identität ins Zentrum von Politik stellen, ähnlich wie identitäre Bewegungen in Europa. Trumps Versprechen „America first“ verstehen Spencer und Anhänger ausschließlich als das Amerika der Weißen.

Am Montagabend reagierte ein Sprecher von Trumps Übergangsteam auf den Vorfall und erklärte, Trump habe "wiederholt jede Art von Rassismus zurückgewiesen". Er werde ein Präsident "für jeden Amerikaner" sein. Bald wird man ihn daran messen.

mke

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