SEK-Einsatz in Düsseldorf: Siebenjähriges Mädchen getötet 

SEK-Einsatz in Düsseldorf: Siebenjähriges Mädchen getötet 
+
Die AfD-Fraktion wollte wissen, wie viele in Baden-Württemberg anerkannte Flüchtlinge in ihre Herkunftsländer gereist sind.

SWR-Recherche deckt auf

Machen Flüchtlinge Urlaub in der Heimat? Das steckt hinter der Behauptung

Viele Flüchtlinge würden Urlaub in ihrem Herkunftsland machen - diese Meldung machte in der vergangenen Woche die Runde. Was hinter den Reisen steckt, zeigt nun eine Recherche des SWR. 

Stuttgart - Flüchtlinge machen Urlaub in ihrem Herkunftsland: Diese Meldung sorgte vergangene Woche für Schlagzeilen. Demnach sollen anerkannte Flüchtlinge in Länder reisen, in denen sie - nach eigenen Aussagen - von Krieg und Verfolgung bedroht sind. Das klingt unglaublich. Deswegen hat der SWR nachgefragt, was dahinter steckt. 

Auslöser für die Berichte war eine Anfrage der AfD-Fraktion im Stuttgarter Landtag. Sie wollte wissen, wie viele in Baden-Württemberg anerkannte Flüchtlinge in ihre Herkunftsländer gereist sind. Laut dem baden-württembergischen Innenministerium seien es seit 2014 insgesamt 153 gewesen. Die genannten Zielländer waren Syrien oder der Irak. 

Was hinter den Zahlen steckt, zeigen die Ergebnisse der SWR-Recherche 

Die Gründe für die Reisen wurden zunächst nicht genannt. So kam es zu den Schlagzeilen - und der voreiligen Vermutung, die Flüchtlinge würde dort Urlaub machen. Die Recherche des SWR aber zeigt, dass dies nicht der Fall ist. 

Rückkehrer unter den Reisenden

Wie der SWR herausfand, waren viele der Reisenden vermutlich Rückkehrer, also Flüchtlinge, die sich entschieden haben, wieder dauerhaft in ihre Heimat zurückzukehren. Diese Zahl der Reisenden ging in die Gesamtsumme von 153 ein. Somit sind viele gar nicht wieder nach Deutschland zurückgekommen. 

Familiäre Gründe

Ein weiterer Reisegrund sind offenbar familiäre Probleme, wie die Ergebnisse der SWR-Recherche zeigen. Einen Großteil der Reisen machten schwere Krankheiten oder Todesfälle in der Familie aus. Anerkannten Flüchtlingen sind solche Reisen erlaubt, sie dürfen aber nur für kurze Zeit verreisen. Andere Einschränkungen gibt es nichtt, deshalb dürfen sie auch in ihr Heimatland reisen. Die Behörden haben aber das Recht, den Asylschutz aufzuheben, falls sie einen begründeten Zweifel haben. 

Stellungnahme des Innenministeriums auf Nachfrage des SWR

Das Innenministerium um Thomas Strobl (CDU) ließ auf Nachfrage des SWR verlauten, dass man niemals behauptet hätte, dass die zurückreisenden Flüchtlinge in ihren Heimatländern Urlaub machen würden. Man habe lediglich auf den AfD-Antrag geantwortet, wie es auch Vorschrift sei. Dabei sei es um die Zahl der anerkannten Flüchtlinge gegangen, die in ihre Heimatländer zurückgereist seien. 

pro

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Spanische Justiz verzichtet auf Auslieferung Puigdemonts
Der internationale Haftbefehl gegen Carles Puigdemont ist aufgehoben. Die spanische Justiz sieht von einer Auslieferung ab.
Spanische Justiz verzichtet auf Auslieferung Puigdemonts
US-Pastor in Türkei inhaftiert: Trump fordert Erdogan via Twitter zur Freilassung auf
Donald Trump ist für seine Twitter-Nachrichten berühmt. Nun wendet sich der US-Präsident an den türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan. Es geht um einen Pastor aus …
US-Pastor in Türkei inhaftiert: Trump fordert Erdogan via Twitter zur Freilassung auf
Zuckerberg will Posts von Holocaust-Leugnern nicht löschen
Wie umgehen mit Holocaust-Leugnern auf Facebook? Konzernchef Mark Zuckerberg, selbst jüdisch, bekräftigt, dass er solche Einträge nicht grundsätzlich entfernen wolle. …
Zuckerberg will Posts von Holocaust-Leugnern nicht löschen
Umfrage zur Landtagswahl 2018 in Bayern: CSU im Sturzflug - Grüne stärker als SPD und AfD
Am 14. Oktober 2018 findet die bayerische Landtagswahl statt. Die aktuellen Umfrageergebnisse und eine darauf basierende Prognose finden Sie hier.
Umfrage zur Landtagswahl 2018 in Bayern: CSU im Sturzflug - Grüne stärker als SPD und AfD

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.