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Henry Kissinger

Ehemaliger US-Außenminister appelliert an Berlin

Kissinger: Deutschland soll mehr Verantwortung übernehmen

Berlin - Mit Blick auf den Wahlsieg von Donald Trump hat der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger (93) Deutschland zu mehr Verantwortung in der Welt aufgerufen.

„Meine Generation hat sich an ein dominantes Amerika gewöhnt, vor allem Deutschland hat beim großen Verbündeten Schutz gesucht. Das war bequem, wird sich aber ändern“, sagte Kissinger dem Newsportal „Zeit Online“. Deutschland müsse nach Trumps Sieg mehr tun. „Jetzt muss die Bundesregierung nur definieren, was das heißt. Man wird ja keine Führungsnation, indem man sagt, man sei eine. Man wird es, indem man etwas tut, dem andere folgen.“

Deutschland müsse seine Rolle finden, das werde ein Prozess der Selbsterziehung sein, sagte der Amerikaner. „Deutschland muss sich jetzt fragen: Was wollen wir für die Welt? Wie Amerika übrigens auch.“ Kissinger empfahl Europa, den Dialog mit Trump zu suchen. Der 1923 in Fürth geborene Kissinger war zwischen 1973 und 1977 Außenminister unter dem damaligen Präsidenten Richard Nixon.

Kissinger hatte Trump nach dessen Sieg getroffen und mit ihm über Fragen der Weltpolitik gesprochen. Der Politikveteran warnte davor, den designierten Präsidenten allzu wörtlich zu nehmen, etwa bei dessen Ankündigungen zu Syrien: „Wahlkampf ist nicht Regieren.“

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