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Der amerikanische Präsident Herbert Hoover (l), der Automobilhersteller Henry Ford (2.v.l) und der Reifenhersteller Harvey Firestone (r) nehmen am 11.2.1929 in Fort Myers in Florida an einer Geburtstagsfeier des Erfinders Thomas Alva Edison (2.v.r) teil
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Herbert Hoover (l.) war während der Großen Depression US-Präsident

Ein umstrittener US-Präsident

Herbert Hoover: Leben und Karriere des US-Präsidenten

1928 gewann Herbert Hoover die Präsidentschaftswahl und wurde 31. Präsident der USA.

  • Herbert Hoover war von 1928 bis 1932 der 31. Präsident der USA.
  • In seine Amtszeit fiel der Beginn der Weltwirtschafskrise.
  • Hoover war zu Lebzeiten einer der umstrittensten und unbeliebtesten US-Präsidenten.

Herbert Clark Hoover gehört zu den umstrittensten und während ihrer Amtszeit unbeliebtesten Präsidenten der USA. Der 1874 in Iowa geborene Hoover war Sohn ein Quäker-Familie. Früh zum Waisen geworden, machte er nach einem Geologie-Studium eine steile Karriere als Bergbauingenieur. Während des Ersten Weltkriegs engagierte sich Hoover in humanitären Angelegenheiten und diente mehrere Jahre lang als Handelsminister. 1928 gewann er die Präsidentschaftswahl klar und wurde 31. Präsident der USA.

Wenige Monate nach seinem Amtsantritt begann mit dem Börsencrash am 24.10.1929 die Große Depression, in der Tausende Unternehmen bankrott gingen und Millionen Amerikaner ihre Ersparnisse und ihre Arbeit verloren. Obwohl die Politik seiner Amtsvorgänger den Grundstein für die Weltwirtschaftskrise legte, trug Hoover in den Augen der amerikanischen Bevölkerung einen Großteil der Schuld. Zu spät und unentschlossen soll Hoover auf die Krise reagiert haben und wurde infolgedessen bei den Präsidentschaftswahlen 1932 vom Demokraten Roosevelt vernichtend geschlagen. Hoover starb 1964 im Alter von 90 Jahren.

Herbert Hoover: Kindheit und Karriere

Herbert Clark Hoover wurde am 10. August 1874 in West Branch, Iowa, geboren. Damit war Hoover der erste US-Präsident, dessen Geburtsort westlich des Mississippi lag. Hoover wuchs in einer Quäker-Familie auf, in der Tugenden wie Ehrlichkeit, Einfachheit und Fleiß großgeschrieben werden. Sein Vater, Jesse Clark (1846, † 1880), war Schmied und seine Mutter, Hulda Minthorn (1848, † 1884), arbeitete als Lehrerin. Bereits im Alter von neun Jahren verwaiste Hoover. Er wurde hauptsächlich von einem Onkel in Oregon aufgezogen. Nach dem Besuch von Quäker-Schulen wurde Hoover 1891 an der renommierten Stanford University aufgenommen. Vier Jahre später machte er seinen Abschluss in Geologie und begann eine lukrative Karriere als Bergbauingenieur. Der intelligente und fleißige Hoover reiste um die ganze Welt auf der Suche nach wertvollen Rohstoffvorkommen und gründete Unternehmen zur Förderung von Ressourcen. Seine Arbeit machte ihn zum Multimillionär. 1899 heiratete er seine College-Liebe Lou Henry (1874, † 1944). Das Paar bekam zwei Söhne.

Herbert Hoover: Erster Weltkrieg

Nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs im Jahre 1914 engagierte sich Hoover in der humanitären Arbeit. Zu Kriegsbeginn waren über 100.000 amerikanische Touristen in Europa gestrandet, um deren Rückkehr sich Hoover kümmerte. Zudem koordinierte er die Lieferung von Lebensmitteln an die Bürger Belgiens, die schwer von den Kriegshandlungen betroffen waren. Als im Jahre 1917 die USA in den Krieg eintraten, ernannte US-Präsident Woodrow Wilson (1856, † 1924) Hoover zum Leiter der Food Administration. Hoover ermutigte seine Landsleute, ihren Konsum von Fleisch und anderen wichtigen Gütern zu reduzieren, um die Versorgung der alliierten Truppen mit Lebensmitteln und Kleidung sicherzustellen. Nach Kriegsende organisierte Hoover als Leiter der American Relief Administration die Lieferung von Lebensmitteln und Hilfsgütern in das vom Krieg zerstörte Europa. Für seine humanitären Bemühungen wurden ihm weltweite Anerkennung und der Dank Tausender Menschen aus ganz Europa zuteil, die von den kostenlosen Mahlzeiten profitierten. Diese wurden unter dem Namen „Hoover Lunches“ bekannt.

Herbert Hoover: Handelsminister

Hoovers Talent und Erfolg brachte ihm die Ernennung zum Handelsminister unter Präsident Warren Harding (1865, † 1923) ein. Auch unter seinem Nachfolger im Amt, Calvin Coolidge (1872, † 1933), behielt Hoover sein Ministeramt. Während der rasanten Modernisierung der USA in den 1920er-Jahren spielte Hoover eine aktive Rolle bei der Organisation der im Aufbau befindlichen Rundfunk- und Luftfahrtindustrie. Außerdem legte er den Grundstein für den Bau des gewaltigen Staudamms am Colorado River an der Grenze von Arizona und Nevada, der bis heute seinen Namen trägt (Hoover Dam).

Herbert Hoover: Weg ins Weiße Haus

Bei den US-Präsidentschaftswahlen des Jahres 1928 trat Hoover als Kandidat der Republikanischen Partei an. Mit dem Versprechen, der Nation weiterhin Frieden und Wohlstand zu bringen, besiegte er den demokratischen Kandidaten Alfred E. Smith (1873, †1944) mit einem Rekordvorsprung an Wahlmännerstimmen. In seiner Antrittsrede erklärte Hoover optimistisch: „Ich habe keine Ängste vor der Zukunft unseres Landes. Sie ist hell vor Hoffnung.“ Wenige Monate nach Hoovers Amtsantritt kam es zu einem Ereignis, das Hoovers Worte ins Gegenteil verkehren sollte. Am 24. Oktober 1929 ereignete sich an der Wall Street der größte Börsencrash in der bisherigen Geschichte der USA. Der Wert des Aktienmarktes sank rapide und leitete den Beginn der Großen Depression ein.

  • Zahlreiche Banken und Unternehmen schlitterten in den Bankrott.
  • Millionen Menschen verloren folglich ihre Ersparnisse, ihre Arbeit und ihre Häuser.
  • Die landesweite Arbeitslosenquote stieg von drei Prozent im Jahr 1929 auf 23 Prozent im Jahr 1932.
  • Millionen Amerikaner lebten in ärmlichen Barackensiedlungen und waren auf die Ausgabe von Lebensmitteln angewiesen.

Herbert Hoover: Die Große Depression

Während der Großen Depression ergriff Hoover verschiedene Maßnahmen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Insgesamt fiel seine Reaktion auf die größte Wirtschaftskrise in der Geschichte der USA jedoch aufgrund seiner konservativen politischen Einstellung zu gering aus. Hoover befürwortete eine begrenzte Rolle des Staates und befürchtete, dass ein übermäßiges Eingreifen des Bundes in die Wirtschaft eine Bedrohung für den Kapitalismus und den Individualismus darstellte. Vielmehr war er der Meinung, dass die Hilfe auf lokaler und freiwilliger Basis erfolgen sollte. Dementsprechend legte Hoover sein Veto gegen mehrere Gesetzesentwürfe ein, die den notleidenden Amerikanern direkte Hilfe gebracht hätten. „Wohlstand kann nicht durch Raubzüge auf die Staatskasse wiederhergestellt werden“, erklärte er in seiner Rede zur Lage der Nation im Jahre 1930.

Herbert Hoover: Zeit nach der Präsidentschaft

Die Wirtschaftskrise verschlimmerte sich während seiner Amtszeit und Kritiker stellten Hoover zunehmend als gleichgültig gegenüber dem Leid des amerikanischen Volkes dar. Bei den Präsidentschaftswahlen 1932 war Hoover in weiten Teilen der USA eine zutiefst unbeliebte, von vielen Amerikanern sogar verachtete Figur geworden. Folglich gewann sein demokratischer Herausforderer, Franklin D. Roosevelt (1882, † 1945), die Wahl in einem Erdrutschsieg. Roosevelt versprach seinen Landsleuten eine Reihe fortschrittlicher Reformen und wirtschaftlicher Hilfsprogramme, die er als New Deal für das amerikanische Volk bezeichnete. Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt trat Hoover viele Jahre lang als prominenten Kritiker von Roosevelts New-Deal-Programmen auf. Er schrieb Artikel und Bücher, in denen er seine konservativen politischen Ansichten darlegte und vor den Gefahren warnte, die mit zu viel Macht in der Bundesregierung verbunden waren.

Herbert Hoover: Tod und politisches Vermächtnis

In den 1950er-Jahren kehrte Hoover in den öffentlichen Dienst zurück und arbeitete für die Präsidenten Harry Truman (1884, † 1972) und Dwight Eisenhower (1890, † 1969) in Kommissionen, die die Effizienz der Regierung steigern sollten.

Herbert Hoover starb im Alter von 90 am 20. Oktober 1964 in New York City und wurde in seinem Geburtsort West Branch beerdigt. Nach seinem Tod wurde sein Vermächtnis wesentlich positiver beurteilt als noch zu Lebzeiten. Da die Große Depression nach Hoovers Ausscheiden aus dem Weißen Haus trotz Roosevelts aktivem Eingreifen in die Wirtschaft noch jahrelange andauerte, plädieren einige Historiker für eine wohlwollendere Beurteilung von Hoovers Präsidentschaft.

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