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Innenminister Herrmann will das Engagement in Afghanistan fortsetzen.

Innenminister Herrmann will Fortsetzung

Bayerische Polizisten sollen in Afghanistan bleiben

Nürnberg - Sie bilden seit Jahren Kollegen in Afghanistan aus. Geht es nach Innenminister Herrmann, sollen bayerische Polizisten auch in den kommenden Jahren Präsenz am Hindukusch zeigen.

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) rechnet auch über das Jahr 2014 hinaus mit einem Einsatz bayerischer Polizisten in Afghanistan. Zwar solle die Zahl der deutschen Beamten bis Ende 2014 nach und nach verringert werden. „Aber auch danach wollen wir unser Engagement fortsetzen“, sagte Herrmann am Donnerstag in Nürnberg bei der Verabschiedung von acht bayerischen Polizisten zu einjährigen Einsätzen in Afghanistan und dem Kosovo. Die nach 2014 entsandten Polizisten sollten sich aber stärker auf die Einzelbetreuung und Beratung konzentrieren.

Voraussetzung für die Fortsetzung der Polizeimission in Afghanistan sei allerdings ein ausreichender Schutz der deutschen Polizisten. „Die Beamten können ihre Aufgaben nur fortführen, wenn ihre Sicherheit vor Ort gewährleistet ist.“ Die Innenministerkonferenz werde sich deshalb in der kommenden Herbstsitzung über die zu erwartende Entwicklung der Sicherheitslage in Afghanistan nach 2014 informieren.

Die 2012 begonnene Übergabe der Sicherheitsverantwortung an die afghanische Regierung macht nach Herrmanns Einschätzung inzwischen Fortschritte. Die afghanischen Sicherheitskräfte hätten bereits den Schutz von 75 Prozent der Bevölkerung übernommen. „Auch das deutsche Polizeitrainingszentrum Faizabad ist inzwischen in afghanischer Hand. Noch in diesem Monat wird das Trainingszentrum Kundus übergeben. Wir können mit Genugtuung feststellen, dass es hierbei nicht zu einer Destabilisierung der Sicherheitslage gekommen ist.“

Die acht aus einer größeren Bewerberzahl ausgewählten Schutzpolizisten und Kripobeamten sollen im Kosovo und in Afghanistan Polizeikollegen ausbilden und einheimische Polizei-Trainer qualifizieren. Bei Bedarf übernähmen sie als Mentoren auch die Betreuung einzelner Kollegen. Im Kosovo leisteten die Beamten zudem aktive Polizeiarbeit, etwa bei der Aufklärung von organisierter Kriminalität und Kriegsverbrechen. Bewerber brauchten gute Englischkenntnisse und müssten fit und psychisch stabil sein. Auf ihre Auslandseinsätze würden sie in zehn- bis zwölfwöchigen Kursen vorbereitet.

dpa

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