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Innenminister sieht Wiesn-Frieden in Gefahr

Wiesn-Besucher und Flüchtlinge: Wirbel um Herrmann-Äußerung

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München - Was passiert, wenn Flüchtlinge auf betrunkene Wiesn-Gäste stoßen? Innenminister Herrmann äußert große Bedenken - und erntet Kritik. Sind seine Befürchtungen berechtigt?

"Insbesondere die Flüchtlinge aus muslimisch geprägten Ländern sind [...] nicht die Begegnung mit stark alkoholisierten Personen in der Öffentlichkeit gewohnt." Ein Satz, mit dem Bayerns Innenminister Joachim Herrmann erneut die Öffentlichkeit erregt. In einem BR-Interview am Sonntag hat er seine Bedenken über das Zusammentreffen von Betrunkenen und Flüchtlingen während der Wiesn geäußert.

"Das mag dem ein oder anderen jetzt etwas merkwürdig erscheinen", gibt Herrmann zu. Und so ist es auch: Im Netz entbrannte kurz nach dem Interview ein ähnlicher Wirbel wie nach Hermanns "Neger"-Fauxpas. Unter dem Hashtag #oktoberfestung wird auf Twitter über die Aussage des Innenministers gelacht, gewettert und gestritten.

Sind Herrmanns Zweifel berechtigt?

Ist es tatsächlich völliger Schmarrn, sich über das Zusammentreffen von Betrunkenen und Flüchtlingen zu sorgen? Schließlich kommt es, außer bei Fußballspielen, selten zu so vielen Schlägereien in München wie während des Oktoberfests. Herrmann fordert ein verstärktes Polizeiaufgebot. "Während der Wiesn ist der Bahnhof sowieso im Ausnahmezustand", sagte der Innenminister vor kurzem im Merkur-Interview. Käme noch ein Zustrom von Flüchtlingen dazu, würde es räumlich sehr eng.

Herrmann hat beim Bundesministerium eine deutliche Verstärkung der Bundespolizei am Münchner Hauptbahnhof angefordert. Bundesinnenminister Thomas de Maizière habe ihm versprochen, in Kürze für Verstärkung zu sorgen, so Herrmann. Wie viele Beamte tatsächlich kommen würden, sagte Herrmann nicht. Ob es tatsächlich zu einer "Oktoberfestung" kommen wird, wie das Netz seine Forderung spöttisch betitelt, ist noch unklar. Ein User meint: "Wer von #Oktoberfestung plappert, hat keine Ahnung. Es geht darum, die Flüchtlinge vor den Besoffenen zu schützen, nicht umgekehrt".

sb

Rubriklistenbild: © dpa (Archivbild)

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