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Joachim Herrmann bei einer Sondersitzung der CSU-Landtagsfraktion

Thema Familiennachzug

Herrmann: Jamaika war näher an der Einigung als die GroKo

Joachim Herrmann warnt die SPD vor allzu großen Hoffnungen auf Kompromissbereitschaft beim Familiennachzug. Und überrascht mit einer Einschätzung zu den GroKo-Verhandlungen.

München/Berlin - Im Streit um den Familiennachzug für Flüchtlinge mit eingeschränktem Schutzstatus hat Bayerns Innenminister Joachim Herrmann die SPD vor überzogenen Forderungen gewarnt. Für Härtefälle müsse der Staat zwar offen sein, sagte der CSU-Politiker am Freitag im ARD-„Morgenmagazin“. „Aber es ist klar: Da geht es um eine sehr überschaubare Zahl. Es können einige Dutzend sein, aber eben nicht Tausende“, betonte Herrmann.

Der Familiennachzug ist einer der wesentlichen Streitpunkte zwischen Union und SPD vor den im Januar anstehenden Sondierungen für eine große Koalition. Herrmann betonte, die Union vertrete die klare Position, dass der allgemeine Familiennachzug für Flüchtlinge mit subsidiärem Schutz ausgesetzt bleiben müsse. Innerhalb dieser generellen Linie müsse es aber Platz geben für „extreme humanitäre Ausnahmefälle“.

Mit Grünen kurz vor Einigung - „da ist die SPD noch etwas weit weg davon“

Forderungen aus Teilen der SPD liefen darauf hinaus, dass mehrere Hunderttausend Menschen zusätzlich nach Deutschland kämen, warnte Herrmann. Das würde die Kommunen überfordern. „Das kann überhaupt nicht in Frage kommen“, sagte Herrmann. Eine Einigung mit der SPD hält der CSU-Politiker dennoch für machbar. Bei den Jamaika-Verhandlungen sei man mit FDP und Grünen kurz vor einer Einigung gewesen. Wenn dies mit den Grünen möglich gewesen wäre, dann müsse das mit der SPD auch möglich sein. „Im Moment ist die SPD in ihren Positionen leider da noch etwas weit weg davon“, sagte Herrmann.

Alle Neuigkeiten zu den nahenden GroKo-Verhandlungen sammeln wir im News-Ticker.

dpa

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