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Bronzeglocke mit Hakenkreuz.

„Kommt einer Verhöhnung dieser Menschen gleich“

Herxheimer Hitler-Glocke soll wieder läuten

Die umstrittene sogenannte Hitler-Glocke im rheinland-pfälzischen Herxheim am Berg soll wieder läuten. Der Zentralrat der Juden hat dafür keinerlei Verständnis.

Der seit Montag amtierende neue Bürgermeister und pensionierte Pfarrer Georg Welker sagte dem ARD-Magazin "Kontraste" laut Vorabmeldung von Donnerstag, er höre im Läuten die Menschen, die unter der NS-Zeit gelitten hätten. Welker stieß damit auf scharfe Kritik des Zentralrats der Juden in Deutschland.

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, sagte "Kontraste", mit einer Glocke, die die Inschrift "Alles fuer's Vaterland, Adolf Hitler" trägt, der NS-Opfer gedenken zu wollen, "kommt einer Verhöhnung dieser Menschen gleich". Er habe keinerlei Verständnis dafür, dass die Glocke weiter im Turm hängen bleiben und sogar wieder läuten solle.

Der Vorgänger des neuen Bürgermeisters war nach einem "Kontraste"-Interview zu der Glocke Anfang September zurückgetreten. Er hatte seinen Stolz über die Glocke geäußert und als Relativierung des Nationalsozialismus verstandene Äußerungen darüber gemacht.

Der ehemalige Ortsbürgermeister Ronald Becker  trat im September wegen eines Streits um die  Hitler-Glocke im Kirchturm der Ortschaft vom Amt zurück.

Sein neu gewählter Nachfolger sagte nun laut "Kontraste" zu der Glocke: "Ich sage nur, ich höre die Opfer, das waren auch deutsche Bürger, also nicht nur die jüdischen." Zu dieser Äußerung sagte der Zentralratspräsident: "Will er damit andeuten, die Juden damals seien keine deutschen Bürger gewesen?" Dann entspräche das genau der Naziideologie.

Die umstrittene Glocke in der evangelischen Herxheimer Jakobskirche ist derzeit abgestellt, ein Gutachten zur Glocke soll noch im Gemeinderat vorgestellt werden. Die Glocke stammt aus dem Jahr 1934 und hängt zwar in der Kirche, gehört aber der Kommune.

afp

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