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Altbundespräsident Roman Herzog geht davon aus, dass die AfD langfristig untergehen wird. Foto: Winfried Rothermel/Archiv

Klare Worte des Altbundespräsidenten

Herzog: Parteien sollen AfD stärker bekämpfen

Heilbronn - Altbundespräsident Roman Herzog (CDU) hat den etablierten Parteien in einem Zeitungsinterview vorgeworfen, die AfD nicht hart genug zu bekämpfen.

Es helfe nicht, "um diesen politischen Gegner herumzutanzen, als ob man ihn am Marterpfahl hätte", sagte der 82-Jährige der "Heilbronner Stimme". Als Vorbild nannte er die CSU: "Die lässt rechts von sich wenig Platz. Entsprechend schwach ist die AfD in Bayern."

Mit Blick auf die Wahlniederlage der CDU in Baden-Württemberg sagte Herzog: "Man kann als CDU in Baden-Württemberg auch der Kanzlerin folgen, mit einer klaren Linie. Man muss sich das alles halt vorher überlegen und nicht hinterher." Die Grünen mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann an der Spitze hatten sich im Wahlkampf in Baden-Württemberg stets zum Kurs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Flüchtlingskrise bekannt.

Das frühere Staatsoberhaupt rechnet damit, dass die AfD langfristig untergehen wird. Er sei sich sicher, dass die AfD in ihrer jetzigen Form eine Episode bleibe.

Kritisch äußerte sich Herzog über Merkels Regierungsstil: Die Kanzlerin begründe ja nichts, "das ist eine gewisse Schwäche ihrer Politik". Gleichzeitig unterstreiche es aber die Stärke ihrer Position. "Helmut Kohl hat in der Regel auch keine Entscheidung begründet." Merkel schaffe es, "in bester Adenauer-Manier, den anderen Parteien die guten Wahlkampfthemen wegzunehmen". Herzog war von 1994 bis 1999 Bundespräsident und davor Präsident des Bundesverfassungsgerichts.

dpa

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