+
Die Münchner Alleinerziehende Anke Pöhlmann: Eine wichtige Info fehlt im Insert.

Was der Sender dazu sagt

„Heute Journal“: ZDF verschweigt wichtiges Detail beim Interview mit dieser Münchnerin

Das „Heute Journal“ hat Kritik für einenMünchnerin Anke Pöhlmann - eine wichtige Information blieb dabei unerwähnt.

München - Moderator Claus Kleber kündigte den Beitrag salbungsvoll als einen Bericht über „die Lebenswirklichkeit in einem der wohlhabendsten Ländern der Erde an“ (Hier die Link für die ZDF-Mediathek).  Am vergangenen Donnerstag zeigte das ZDF in seiner Nachrichtensendung „Heute Journal“ am Abend einen Beitrag über die finanziellen Abgründe Alleinerziehender. 

Einen Teil der Lebenswirklichkeit vergaß das ZDF aber: denn eine Protagonistin des Beitrags ist FDP-Politikerin und kandidiert bei der Landtagswahl für den Stimmkreis München-Mitte.

„Heute Journal“ verrät nicht alles über Münchnerin

In dem Beitrag kommt Pöhlmann als Mutter ihres elfmonatigen Sohns Anton zu Wort. Ihren Job als Personalberaterin habe sie als Alleinerziehende verloren und musste von Kinder-, Elterngeld und Unterhaltsvorschuss leben. So schilderte der Beitrag des ZDF die Situation der Mutter. Über ihre Lage erzählt sie im Beitrag: „Das ist finanziell auf Kante genäht, und es ist alles immer unter dem Vorzeichen, dass ich funktioniere.“ Ihr derzeitiges Leben koste sie „alle Kräfte“.

Genug Kraft hat die 29-Jährige allerdings, sich bei der Landtagswahl in Bayern mächtig ins Zeug zu legen. Pöhlmann kandidiert für die FDP in München und hat sich vor allem Familienpolitik auf die Fahnen geschrieben. Konnte sie also in einem Nachrichtenbeitrag vor Millionenpublikum für sich werben, auch wenn davon im Fernsehen keine Rede war?

Anke Pöhlmann (FDP) nimmt „Heute Journal“ in Schutz

Über ihre Parteizugehörigkeit macht Pöhlmann kein Geheimnis. Nach der Ausstrahlung postete sie den Beitrag auf ihrer Facebook-Seite. Die nun aufkeimende Kritik kontert die FDP-Frau ebenfalls im Netz: „Die Entscheidung des ZDF (bzw. der Redakteurin) das Thema "Alleinerziehende" in den Fokus zu rücken und nicht durch meine Kandidatur zu überlagern, war richtig. Ich habe dieser Reportage zugestimmt mit dem Wissen, dass es keine Wahlwerbung geben und maximal genannt würde, dass ich "politisch engagiert" sei.

Pöhlmann korrigiert anderen Fehler im „Heute Journal“

Auf Facebook weist die FDP-Politikerin jedoch darauf hin, dass es sehr wohl einen anderen Fehler in dem Beitrag des ZDF gegeben habe. Sie habe nicht ihren Job verloren, sondern sei in Elternzeit gegangen. Sie habe einen „zugewandten, flexiblen Arbeitgeber“, der sie dabei unterstützt habe, Kind und Beruf zu vereinbaren.

ZDF reagiert auf Kritik am „Heute Journal“-Beitrag

Anders als Pöhlmann sieht man beim ZDF doch ein, dass der Beitag ein Gschmäckle haben könnte. Dass Pöhlmann politisch aktiv ist, sei “im Redaktionsablauf verlorengegangen”, zitiert die FAZ Redaktionsleiter Wulf Schmiese. Hinter dem Fehler kein Vorsatz. Schmiese bat einsichtig um Entschuldigung und erklärte, dass sich so etwas nicht wiederholen dürfe.

Lesen Sie auch: 

„Tagesthemen“ zu Özil: Kabarettist bringt Zamperoni mit Gegenfrage ins Stolpern

„In ein paar Tagen könnte alles vorbei sein“: heute journal beschwört Merkel-Aus - zurecht?

Knallharte Abrechnung in den „Tagesthemen“: Moderatorin kritisiert „fatales Signal“ der CDU

mb

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Israel und Polen sagen Nein zum Migrationspakt
CDU-Gesundheitsminister Spahn bekennt sich zu seinem Vorschlag, dass Deutschland den UN-Migrationspakt notfalls später unterzeichnet. Unterdessen verabschieden sich …
Israel und Polen sagen Nein zum Migrationspakt
Erschöpfte Pflegerin schreibt Jens Spahn und bewegt zehntausende Menschen: So reagiert der Minister
Erschöpft beendet die Pflegerin Johanna Uhlig ihre Nachtschicht, doch die Missstände im Gesundheitssystem lassen ihr keine Ruhe. Sie schreibt Jens Spahn öffentlich und …
Erschöpfte Pflegerin schreibt Jens Spahn und bewegt zehntausende Menschen: So reagiert der Minister
Dornen nach Rosen: Heftiger Streit um Rekordhaushalt
Der Bund wird 2019 so viel ausgeben wie noch nie. Aber die dunklen Wolken nehmen zu. Die sechste "schwarze Null" in Folge ist wackelig - bei den abschließenden …
Dornen nach Rosen: Heftiger Streit um Rekordhaushalt
Kopftuch-Verbot im US-Kongress soll fallen
Die Demokraten haben nun die Mehrheit im US-Repräsentantenhaus: Damit wollen sie das Kopftuch-Verbot dort kippen. Und ausgerechnet die Tochter des US-Präsidenten …
Kopftuch-Verbot im US-Kongress soll fallen

Kommentare