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Karl-Rudolf Korte (Archivbild)

Hochschule für Politik

Korte soll Reform-Rektor werden

München - Paukenschlag an der Hochschule für Politik: Der bundesweit bekannte Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte soll neuer Rektor werden.

Darauf haben sich die Fraktionen des Landtags und die Spitze der LMU nach Informationen des Münchner Merkur verständigt. Korte soll der erste Chef der grundlegend umgebauten und modernisierten HfP sein.

An der kleinen Hochschule hatte sich über Jahrzehnte hinweg Reformbedarf angestaut – veraltete Inhalte, überalterter Lehrkörper, Parallelstrukturen. Sie ist ein Sonderfall in der deutschen Uni-Landschaft: von den Amerikanern nach dem zweiten Weltkrieg gegründet, aus Mitteln des Landtags finanziert, ausgerichtet auch auf berufstätige Studenten und solche ohne Abitur. Parteiübergreifend entschieden sich engagierte Fachpolitiker des Landtags 2012, die HfP zu reformieren statt zu schließen.

Ein Unterausschuss entwickelte das Konzept. Die HfP an der Ludwigstraße, bisher mit Diplom und nur rund 600 Studenten, soll mit einem bundesweit einzigartigen Profil praxisorientiert Politik lehren. Titel: „Bavarian School of Public Policy“, angebunden an der LMU, mit Bachelor/Master. Zielgruppe sollen weiter auch Berufstätige sein, künftige Führungskräfte aus Politik, Medien und Verwaltung. Erstmals soll die HfP eigene Professuren bekommen. Das Gesetz dazu hat der Landtag im Juni beschlossen.

Korte, der in München habilitierte, hatte 2006 die „NRW School of Governance“ ins Leben gerufen, die in einigen Punkten als Vorbild für die HfP-Reform galt. Der 54-Jährige unterrichtet derzeit Politische Systeme an der Universität Duisburg-Essen. Er gilt als Experte für politische Strategien und Medien.

Der Reformbeirat der HfP stimmte am Nachmittag für Korte, der der HfP auch zu bundesweiter Medienaufmerksamkeit verhelfen dürfte. Mitglieder der Runde bestätigten die Personalie. Man werde die LMU bitten, möglichst zügig ein Berufungsverfahren durchzuführen. Amtsantritt könnte, wenn alle Verfahren reibungslos laufen, Anfang 2014 sein. Oliver Jörg (CSU), der Vorsitzende des Hochschulausschusses, äußerte sich auf Nachfrage nicht zu Details. Er freue sich, „dass es zügig vorangeht“, sagte er. Der bisherige Rektor Rupert Stettner (67), Professor für öffentliches Recht, hatte die Hochschule im Sommer 2010 in einer Kampfabstimmung übernommen und selbst auch Reformbemühungen mit angestoßen.

cd

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